21. Sparkassen Alb Marathon über
50 Kilometer Schwäbisch Gmünd und Rechberglauf über 25 km - Samstag,
22.10.2011
Überraschung in Gmünd: Benoit Charles-Mangeon gewinnt den
Albmarathon 2011. Eklat um Platz 3 - Schnellste Frau war
Dorothea Frey. Beim Rechberglauf dominierten Bruno Schumi und Karin
Kern
Um 10.00 Uhr war Start beim 21.
Alb-Marathon 2011, der über die 3 Kaiserberge mit einer Distanz von
50 Kilometer zu den schönsten Landschaftsläufen der Region
zählt sowie für den Rechberglauf über 25 Kilometer.
Bei
Kaiserwetter über die 3 Kaiserberge. Besser kann man sich das
Wetter nicht wünschen. Pünktlich um 10.00 Uhr startete der 21.
Sparkassen Alb Marathon über 50 Kilometer in Schwäbisch Gmünd.
Gleichzeitig war auch Start für den Rechberglauf über die halbe
Distanz.
Früh Morgens war bereits
großes "Treiben" in Schwäbisch Gmünd angesagt. Im
Prediger war großer Andrang für viele Läufer, die sich noch
nachmeldeten zum größten Laufevent der Region Ostwürttemberg. Und
so stellte auch ich mich in die Reihe von unzählig vielen
Läuferinnen und Läufern. Hoffentlich klappt das noch bis 10.00
Uhr, dachte ich mir. Aber die Organisation war perfekt und alles
lief ruhig und ohne jegliche Komplikationen ab. Ich hatte somit
meine Startunterlagen für den Rechberglauf gut 1 Stunde vor dem
Lauf. Erstmalig habe ich mich für die halbe Distanz angemeldet, da
ich einfach für 50 Kilometer nicht gut genug trainiert war.
Gefuchst hat es mich schon, bei diesem Wetter. Aber es wäre
"Selbstmord" gewesen.... und außerdem hatten sich meine
Laufkameraden von der DJK Ellwangen alle beim 25er angemeldet.
Doch nun der Reihe nach. Es sollte wohl die Krönung zur Krönung
werden. Jürgen Wieser hatte sich bestens vorbereitet und wollte
seinen 12. Albmarathon-Sieg auch in diesem Jahr erlaufen. Dies sah
auch lange so danach aus. Bei Kilometer 11 war Wieser noch ganz
vorne. Selbst Bruno Schumi, der Gewinner des 25-Kilometerlaufes lag
noch eine halbe Minute hinter Wieser. Doch bereits am Rechberg wurde
Wieser durch Bruno Schumi, der hier ins Ziel ging überholt. Dennoch
war er noch auf der 50-Kilometerstrecke vor vor Marco Sturm und
Charles Mangeon Benoit ein junger 28-jähriger Franzose, der für
die TF Feuerbach startete. Diesen knappen Vorsprung konnte Wieser
auch noch über den Stuifen retten. Dann wenn es nach der
Reiterleskapelle abwärts ging schaltete er stets seinen Turbo ein und
lies alles weit hinter sich. In diesem Jahr nicht. Irgend wie lief
es nicht rund und so konnten Marco Sturm von der LLC Marathon
Regensburg und Charles Mangeon an ihm vorbeiziehen.
Wieser
war geschlagen und wußte dass er als Dritter ins Ziel kommen
würde. Doch was war geschehen. Im Ziel wird er als 4.-Platzierter
begrüßt. IINO, Wataru von der SG Stern Stuttgart hatte eine
Markierung übersehen und auf den letzten Kilometern abgekürzt.
Dies konnte dann glücklicherweise vor Ort geklärt werden, so dass
hier die Reihenfolge richtig gestellt wurde. Wataru ein Japaner
wurde dennoch nicht disqualifiziert, weil er schließlich auch
nichts dafür konnte, denn an dieser Stelle, wo er sich verlaufen
hatte, stand kein Streckenposten. Die Pfeile waren von Laub
überdeckt. So hat man Gott sei Dank eine salomonische Entscheidung
im Wettkampfbüro getroffen.
Den Ausraster von Jürgen möge man ihm verzeihen. Er hat eine
großartige Leistung vollbracht läuft klar als Dritter ein, weil er
nur von Marco und Charles Mangeon Benoit überholt wurde, und wird als 4.er
begrüßt. Da hat's halt dann bei Jürgen Wieser
"gescheppert". Er rieß sich wütend an Ort und Stelle die
Kleider vom Leib und schimpfte heftig. Aber so ist er nun - und ich
habe es vor vielen Jahren schon einmal geschrieben. Er ist wie das
Salz in der Suppe. Und ganz ehrlich - wenn er nicht mehr startet -
dann fehlt uns was. Denn auch dieses Jahr hat er beim Albmarathon
wieder eine großartige Leistung gezeigt. Und wenn man seine
Bestzeiten anschaut, dann müssen alle die, die ihn geschlagen haben
noch für den Albmarathon "viel üben".
Mit dem diesjährigen Gewinner Charles-Mangeon Benoit hat niemand
gerechnet. Er stand auf keiner Favoritenliste und ist eigentlich in
unserer Region recht unbekannt. Trotzdem machte Charles Mangeon
Benoit bereits im Juli beim Süßener Stadtlauf auf sich aufmerksam.
Hier wurde er beim 10-Kilometerlauf mit einer Zeit von 34:10 kurzer
Hand mal Dritter. Nach Recherchen im Internet dürfen wir nun alle
feststellen, dass der junge Franzose eigentlich Spezialist auf
langen Strecken ist. Dies ist für sein Alter von 28 Jahren fast
untypisch. War er z.B. 2011 beim Zugspitz Ultratrail über 100
Kilometer dabei und wurde hier Gesamt-Zehnter. Auch im Jahr 2010 war
er insbesondere in Frankreich auf langen Distanzen von 50 bis 98 km
stets sehr erfolgreich unterwegs. Mit der schnellen Zeit in Süßen
zeigte uns der Junge Extremsportler, dass er nicht nur lange und
ausdauernd unterwegs, sondern auch richtig schnell sein kann. Dies
hat er dann in Schwäbisch Gmünd auch beeindruckend unter Beweis
gestellt. Lange auf Platz 3 liegend hat er sich auf den letzten
Kilometern als Langstreckenläufer an Wieser und Marco Sturm
(Berglaufmeister 2011 und 5.er bei der Berglauf-WM 2009)
"vorbeigeschoben". Im Ziel kam der junge sympathische
Läufer so locker an, als ob er gerade nur um die Ecke gejoggt sei.
So ein Zuschauer zu mir im Zielbereich! Wir dürfen gespannt sein,
was wir von Charles Mangeon noch alles hören dürfen.
Ganz besonders habe ich mich über Michael Lutz - einem Lauffreund
aus Dinkelsbühl gefreut. Michael ist den Schwäbischen Albmarathon
zum ersten mal gelaufen und holte sich bei mir ein paar Infos ein.
"Micha - du Läufst mindestens 3:50 oder besser", habe ich
ihm prophezeit. Und als er heute Morgen so locker mir bei Kilometer
2 auf die Schulter klopfte wurde ich echt fast "zornig",
denn ich wusste, dass er jetzt auf der Strecke Richtung
Wäscherschloss Gas geben muss. "Hau bloß ab," rief ich
ihm nach. Und das hat er dann auch beeindruckend durchgezogen.
Sicherlich hat er als einer der besten vom TSV Dinkelsbühl einen
Meilenstein gesetzt mit seiner Zeit von 3:43:57. In der Altersklasse
M 35 wurde er dazu noch Dritter! Micha mein Glückwunsch für die
Premiere und für den Guten Lauf. Auch Michael Lutz konnte
bestätigen, dass auf der Strecke in der Stadt - Markierungen nicht
zu sehen waren. Auch er ist intuitiv richtig gelaufen - wenn er sich
verlaufen hätte, hätte man ihm keine Schuld geben können. Im
Gespräch im Zielbereich mit einem Kampfrichter wurde dies zu
Protokoll genommen. Trotzdem lobte auch Lutz den wunderbaren
Landschaftslauf über die Kaiserberge. Er konnte meine Begeisterung
für diesen 50-Kilometerlauf nie so recht verstehen. Jetzt - und
nach einem wunderschönen Tag - sieht er es genau so! Der
Albmarathon ist einfach super und wunderbar zu laufen! Großes -
großes Lob an alle Verantwortlichen!
Bei den Frauen war Dorothea Frey von der EK Schwaikheim wieder die
schnellste Teilnehmerin. Zuvor wurde aber im Zielbereich des
50-Kilometerlaufes stets von Branka Hajek gesprochen. Derweil war
Branka oben auf dem Rechberg in 2:10:28 ausgestiegen. Hier wurde der
Sprecher im Zielbereich nicht informiert. Doch nur zur Siegerin
Dorothea Frey. Sie schaffte es den schwierigen Kurs unter
4 Stunden zu laufen und zwar genau in 3:59:01 war sie im Ziel. Herzliche
Gratulation liebe Dorothea. Zweitschnellste Frau war Marion Braun
von der SV Germania Eicherscheid. Sie erreichte das Ziel mit einer
tollen Zeit von 4:15:15.
Beim 25-Kilometer Rechberglauf verteidigte Bruno Schumi Platz 1 klar
in 1:40:22. Im letzten Jahr hatte er die Zeit 1:39:42. Also eine
gleichbleibende Leistung. Platz 2 belegte Florian Dunst von der TC
Backnang - ebenso ein junger Ausnahmeläufer in der Klasse M20 mit
1:44:24. Lokalmatador Felix Scheurle von der DJK Schwäbisch Gmünd
lief gefahrlos auf Platz 3 ein. Der Vorjahreszweite Hauke Dutschak
von der LT Winnenden belegte Platz 13.
Schnellste Frau war Karin Kern von Bike & Running Sports Lorch.
Sie erreichte das Ziel auf dem Rechberg in 2:03:32. Eine Läuferin
der Region. Hierzu gilt meine Gratulation! Zweitschnellste Frau war Barbara Dieterle von LAV Asics Tübingen. Sie
"haute" die 25 Kilometer und 700 Höhenmeter in 2:04:00
weg. Drittschnellste Frau war die 16-jährige Franzi Grupp. Von ihr
werden wir bestimmt noch viel zu hören bekommen. Wer schon in der
Juniorenklasse derart triumphiert, der wird es später ebenso. Platz
4 belegte Brigitte Schiebel und Platz 5 unsere Lokalmatadorin Jutta Bidermann
von der LSG Aalen. Sie war in 2:07:30 im Ziel. Natürlich belegte
Sie Platz 1 in Ihrer Altersklasse W 55.
Auch die DJK Ellwangen war in
diesem Jahr stark vertreten. So sind Hans Sachs und Irmgard
Rettenmeier mit 2:16:58 eine super Zeit gelaufen. Unsere Irmi hat
natürlich damit wieder einen Podestplatz Nr 2 in der Klasse W 50
erlaufen. Auch Reinhold Schmid hat sich mit 2:17:04 eine
persönliche Bestzeit geholt und wurde in seiner Altersklasse M 55
auch noch Dritter! Herzlichen Glückwünsch Euch beiden.
Weitere Teilnehmer von der DJK Ellwangen waren Paul Launer 2:15:24,
Rolf Doederlein mit Babsi, 2:40:19, Uwe Vaas 2:41:15, Oliver Fritz
2:46:44 und Susanne Miklosch 2:55:13.
Beim Zehnkilometer Umicore Lauf
gewann in diesem Jahr Jochen Müller von der Feuerwehr Jebenhausen.
Bei den Frauen war wieder Silke Fritz von den Einhörnern in 40:21
erfolgreich.
Auch beim 10-Kilometerlauf war die DJK Ellwangen mit Martin Erhardt
und 38.50 (2. M40) und Gesamtrang 6 sehr erfolgreich. Ebenso war
Berthold Bühler mit 43:23 erfolgreich auf der Strecke und belegte
hierzu noch Platz 1 in der AK 45. Gratulation Euch beiden!
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Ein paar Worte zu meinem
Lauf:
Lange habe ich keinen Wettkampf mehr gemacht. Habe nur locker
trainiert - keine langen Läufe mehr gemacht. Und dies seit
Juni dieses Jahres. Und so hat es mich natürlich sehr
gekitzelt mal wieder nach Schwäbisch Gmünd zu fahren. Und es
war wieder für mich ein Lauf der zahlreichen Begegnungen mit
so vielen Sportlerinnen und Sportlern und Freunden. Schon
alleine deshalb lohnt es sich auf Wettkämpfe zu gehen.
Nachdem mich Reinhold Schmid von unserer Laufgruppe DJK
Ellwangen - Multisportgruppe, die einst Jürgen Hauber
gründete und heute von Andy Wolpert geleitet wird,
schriftlich eingeladen hat nach Gmünd zu kommen, konnte ich
doch diese Einladung nicht absagen. Und so waren wir von
Ellwangen doch eine nette Gruppe die an den Start ging.
Schon die ersten 2 Kilometer merkte ich - Paul das wird heute
wohn nichts "gscheites". Bereits nach 5 Kilometer
merkte ich meine Oberschenkel. Das Tempo war natürlich viel
zu hoch und ich hatte mich bereits nach 5 Kilometern
"sauer" gelaufen. Dachte halt - "bin nach wie
vor der Alte..." Falsch gedacht, denn bereits
am Wäscherschloss wurde ich von Hans Sachs überholt. Aber
das lag nicht unbedingt daran, dass ich so schwach war, denn
der Hans ist derzeit richtig stark. So wie auch der Rest der
Gruppe. Und so hatte ich mich in mein "Schicksal
ergeben" mich wohl von Irmgard und auch Reinhold Schmid
wohl noch überholen lassen zu müssen. Auf dem Asrücken -
nach dem Hohenstaufen allerdings sah ich wieder den Hans. Und
das gab mir mental einen Schub. Klar - ich hatte mit meinen
derzeit weit über 80 Kilogramm am Berg zu kämpfen. Aber im
Flachen war ich fast so stark wie immer. Hier hatte ich
Splitzeiten von 4:20, 4:18 - einmal sogar 4:15 (also meine
Marathon-Laufzeit aus guter alter Zeit.....). So kam ich an
den Hans näher und klopfte ihm auf die Schulter: "Wir
sehen uns wieder beim nächsten Anstieg". Ich war platt
und bin auch kurz vor Rechberg den kleinen Anstieg gewandert
und fast den gesamten Rechberg hinauf. Immer hatte ich den
Gedanken aber jetzt kommt Hans, Irmi und der Reinhold
angedonnert..... Es hatte doch tatsächlich gereicht und
dadurch, dass die Drei mich oft sahen, habe ich sie wohl
richtig motiviert. Und alle sind sie Bestzeit gelaufen. Super
Sache! Gratulation Euch allen. Gratulation an mich selber,
denn erstmalig musste ich wieder richtig kämpfen und über
meine Grenzen gehen. Es hat Spaß gemacht und es ist der Start
für mich systematisch wieder zu trainieren. Systematisch
Gewicht abzubauen - ja das wird nun dem Rolf Döderlein
gefallen, wenn ich von meinem "Übergewicht" hier
schreibe. Rolf wie viel ich derzeit auf der Waage habe wird
nicht verraten. Du erhältst erst Bescheid, wenn es wieder
unter 80 sind.
So das war es vom Rechberglauf und aus Schwäbisch Gmünd.
Schön war's. Und auch von mir ein großes Lob an die
Veranstaltung. Das muss organisiert sein. Gut gemacht.
Nun ein paar wichtige Daten,
Fakten und Infos zum Lauf:
Nun ein paar wichtige Daten, Fakten und Infos zum Lauf:
21. Schwäbische Alb Marathon und Rechberglauf
Strecke/Veranstaltungsort: 50 und 25 Kilometer und 30
Kilometer Walken / Schwäbisch Gmünd über die 3 Stauferberge
Hohenstaufen, Hohenrechberg und Stuifen
Veranstalter: DJK Schwäbisch Gmünd
Webseite: http://www.albmarathon.de/
Wetter: Optimal - Kaiserwetter - Sonne und am Nachmittag an
der Sonne fast 20 Grad - wenig Wind
Organisation: Die Organisation von der DJK Schwäbisch Gmünd
als auch den Nachbarvereinen aus Waldstetten, Wäschenbäuren,
Straßdorf usw. haben beste Arbeit geleistet. Die
Ausschilderung war wieder sehr gut und die
Verpflegungsstationen ausreichend. Lediglich durch die
Altstadt von Gmünd auf dem Rückweg zum Ziel sollten
vielleicht ein paar Schilder mehr aufgestellt werden. Neben
Isogetränk gab es Bananen und Riegel. Ob es bei den letzten
Verpflegungsstellen beim 50-Kilometerlauf auch wieder
Haferschleim gab weiß ich nicht zu berichten, da ich ja nur
bis zum Rechberg gelaufen bin. Überall fanden wir Läufer
freundliche Helfer. Großes Lob für die Organisatoren. Ein
toller Lauf!


Auf Laufreport.de
findet Ihr sehr schöne Fotos und wie jedes Jahr auch einen
tollen Bericht.
Joe Kelbel unten auf dem Foto! Auf seinem Lauf-Blog
schreibt er:
Wenn Du einmal das Gefühl hast weglaufen zu wollen,
dann komm zu mir!! Ich werde Dich zwar nicht aufhalten, aber
ich werde mit Dir laufen. 154 mal Marathon, PB 3:38 davon 42
Ultras, 1 x 100 Meilen, 5 x 100 km PB 11:36
Einen sehr netten Bericht vor
allem historisch brillant hat Joe Kelbel auf marathon4you.de
geschrieben.
Joe hat mir erlaubt zu seinen Bericht einen Link zu setzen.
Erfrischend und einfach mal ganz anders. Und vor allem ein
Bericht von Läufer für Läufer. Kein Wort über Benoit
Charles-Mangeon oder Jürgen Wieser. Einfach der Lauf und das
Gefühl! Toll! Einfach die Geschichte mit dem Lauf eines
Blinden, der den Albmarathon nun schon zum x-ten mal gemacht
hat.
Hier
geht es zu seinem Bericht vom Albmarathon 2011 in Schwäbisch
Gmünd :
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