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Alpin-Marathon in
Oberstaufen 2004 - 2. Auflage - Samstag, 03.07.2004 -
Die Angst vor
dem Abstieg am Hochgrat war zu gross.... Der
1.
Alpin-Marathon Deutschlands im Jahre 2003 war für mich eine der
herausragendsten Laufereignisse aus dem letzten Jahr. Es war einfach
toll - ein Genuss und es hat trotz der riesigen Strapaze viel Spaß
gemacht. Da stand bereits kurz nach dem Lauf fest. Diesen
Gebirgsmarathon, ja diesen Alpen-Marathon, nein - diesen
Panoramalauf oder besser gesagt diesen Genusslauf werde ich auf
jeden Fall noch einmal wiederholen.
Dennoch sollte ich auch ehrlich sein: Bei aller Begeisterung für
diesen Marathon, der wahrscheinlich der härteste Marathon
Deutschlands ist, noch beim Schreiben dieses Berichtes kann ich mich
30 Stunden danach über die "Ausmaße" eines ordentlichen
Muskelkaters "erfreuen". Vor allem die Oberschenkel sind
hiervon doch sehr betroffen. Auch die Knie taten nach dem Lauf
richtig weh.....und in der Nacht danach war mehrmals Voltaren und
Pferdesalbe gefragt.
Manchmal frage ich mich - was bewegt uns Läufer solche
"Aufopferung" und "körperlichen Stress"
hinzunehmen? Vielleicht können die nachfolgenden Bilder eine
Antwort hierfür geben. |
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Letztes Jahr - war es ja der erste
Marathon überhaupt. Deshalb waren wir auch alle nach Oberstaufen
angereist um ein herrliches Wochenende dort zu erleben. Leider
reichte dieses Jahr einfach die Zeit nicht. Und da gibt es ja auch
noch andere, mindest genau so wichtige Termine - wie die Lauftermine
vom Papa. Also bin ich um 3.45
Uhr aufgestanden. Brav mein Müsli gegessen, Laufsachen ins Auto
gepackt, noch ein Küsschen für meine Babsi ("pass gut auf -
fahr vorsichtig und übernimm dich nicht....") und los.
"Übernimm dich nicht"...ja - ja meine Frau kennt mich
halt viel zu gut. Von der Ostalb bis ins schöne Allgäu sind es schlappe 200 km.
Bereits um 6.00 Uhr war ich in Stiefenhofen, wenige Kilometer von
Oberstaufen entfernt. Der Blick hinüber zum Hochgrat faszinierte
mich. klick
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Bereits um 6.30 holte ich meine
Startunterlagen in den Sportanlagen von Kalzhofen ab. Alles war noch
schön ruhig und gelassen. Keine Hektik - professionell und
freundlich. Wie im letzten Jahr.
Friedhelm Donde, der
Organisationsleiter begrüßte mich sogleich und freute sich, daß
auch ich ein "Wiederholungstäter" sei. Alles war bestens.
Das Wetter optimal - morgens noch kühl ca. 9 Grad und die Prognose,
dass es schön und trocken bleibt war ebenso sicher. Also - was wollte
man mehr.
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Die Allgäuer haben ohnehin die Ruhe weg.
Morgens um 6.30 Uhr wurde da noch gemütlich das Siegerprotest
aufgebaut. Nun denn, es hatte ja auch noch etwas Zeit dafür. Waren
die ersten Finisher gegen 11.15 Uhr, also nach 3:15 h/min
frühestens zu erwarten.
Die Musik spielte schon aus den
Lautsprechern, der Soundcheck klappte ebenso - also konnten noch
hoffentlich viele Nachmelder demnächst kommen.
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Gegen 6.45 Uhr trudelten dann schon viele
Läufer ein....
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Ein Foto kurz vor dem Lauf. Die nächsten
Bilder habe ich mit meiner kleinen Aiptek gemacht. Die Qualität ist
deshalb nicht ganz so wie gewohnt. Aber eine große Kamera wollte ich
nicht mit auf's Hochgrat schleppen.....
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Noch schnell ein Foto vor dem Start.
Obligatorisch - wie immer.
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Alles ganz locker...?!
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Etwas Anspannung ist den Gesichtern schon
abzulesen. 42,2 km liegen noch vor den Läufern. Durch
anspruchvollstes Gelände. Aufstieg, Abstieg - Kletterpartie und
vieles mehr. Klappt alles - habe ich mich gut vorbereitet? Hoffentlich
verletze ich mich nicht. Welche
Strategie gehe ich....? All das mag den Läufern durch den Kopf gegangen
sein..
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So ganz versteckt - in der 2. Reihe - ganz
andächtig und fast unbemerkt steht hier Anneliese Weber aus
Mindelheim.
Sie zählt als hervorragende Läuferin auch noch zu den
Top-Triathletinnen im Allgäu. Was mag Sie wohl gedacht haben? Ob Sie
hier auch schon an Ihren hervorragenden Sieg bei den Frauen dachte?
Sie erreichte das Ziel bereits in einer Superzeit von 04:05:38.
Bis hinter Steibis war ich Ihr gefolgt. Dann musste ich erkennen:
Mädel du bist viel zu schnell für mich.....Und da merkte ich
bereits, dass ich viel zu schnell angelaufen war....
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Endlich war es so weit. Pünktlich um 8.00
Uhr war der Start. Übermotiviert startete ich in der 2. Reihe mit
Digitalkamera bewaffnet. (Startnummer 158)
Das Foto stammt im übrigen vom Foto-
u. Filmstudio Oberstaufen. Das Team war vor Ort und hat schöne
Erinnerungsfotos fast von jedem Läufer gemacht. Diese können hier
bestellt werden: www.foto-film.com
Der Chef der Agentur, Michael Haug ist ein erstklassiger Fotograf und
zählt zu den Top-100 der Sportfotografen weltweit. Ein Blick auf die
Seite lohnt sich.
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Die Läuferkolonne im Stadion von Kalzhofen. Eine
Ehrenrunde auf der Bahn und dann ging es direkt durch Oberstaufen. Vor
den Bahngleisen bogen wir rechts ab und bald schon ließen wir
Oberstaufen hinter uns. Der erste Anstieg war bereits zu bewältigen.
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Kurz vor Weissach der ersten Getränke-
bzw. Verpflegungsstation.
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Da haben die Zuschauer schon etwas verdutzt geschaut, als sie
fotografiert wurden. Alle mal lachen....es musste schnell
gehen...deshalb ist das Foto auch etwas verwackelt...
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Aber hier musste ich anhalten. Schon von
weitem hörte man das Akkordeon. Einfach putzig, süß und nett. So
was gibt's halt nur in Oberstaufen....Echt pfundig...
Für mich das Foto des Tages!
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Weissach vorbei, Steibis vorbei.
Wunderbare Almwege- und Wanderwege.
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So was haben die Rindviecher auch nicht
alle Tage gesehen. Manche Kuh schaute deshalb uns verdutzt nach....
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Einfach toll die Landschaft. Trotz steilem
Anstieg - man konnte, nein man musste es einfach genießen. Die Natur,
die Almwiesen, das Geläut der Almglocken und der herbe Duft von
Weidegras und Wald lag in der Luft.
Da vergaß man fast schon die
übersäuerten Beine....
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Ab und zu war auch Gehen angesagt.
Durchgehend laufen - das schafft vielleicht ein Schießel oder Miksch
- wir die Hobbyläufer müssen es hier etwas langsamer angehen
lassen......
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Ein Foto nach dem Imberghaus. Auch dafür
war noch Zeit.
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An einen Laufschritt war schon lange nicht
mehr zu denken. Flottes steigen an steiler Bergwiese könnte man
dieses Bild nennen.
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Etwas rutschig und schmierig war es auch.
Hatte es doch die Nacht zuvor noch geregnet in Oberstaufen....Dennoch
wir kamen ganz gut zurecht mit unseren Turnschuhen......auch wenn
manch Wanderer den Kopf schüttelte über die gar eifrigen Wandersleut
in Turnschuhen...
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Auf wurzelübersäten Trampelpfaden und
steilen Wanderwegen ging es stets bergauf.
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Vom Imberghaus bis zur Falkenhütte sind
es zwar nur gute 5 Kilometer. Aber bei der anspruchsvollen Strecke
waren es für viele Läufer harte 5 km. Da war man doch sehr froh als
man die Verpflegungsstation Falkenhütte nach rund 40 Minuten und mehr
(und das bei größter Anstrengung) erreicht hatte. Mit Megafon und
"mortz" Stimmung wurde man begrüßt. Für jeden Läufer
wurde eine "Laola" gemacht. Es war richtig gut.
Vom letzten Jahr gewarnt wusste ich,
dass die Verpflegungsstationen beim Aufstieg etwas weit von einander
sind. Da war ich sehr froh meinen halben Liter Wasser zusätzlich
dabei gehabt zu haben.... .
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Die Stimmungsmacher von der
Falkenhütte.....Mit Megafon und Fernglas bewaffnet...
Der Erste kann sprechen, der Zweite
kann lesen und der Dritte kann schauen.....ja ja so sind sie halt die
Allgäuer....
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Schnell noch eine Banane, einen süßen
Keks und das Fläschchen aufgefüllt, und schon ging es zum wohl schwierigsten
Teil der Strecke über.
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Trotz Anstieg auf steilen Wegen - die
Aussicht war wieder wunderbar. Und das macht diesen Lauf halt zu einem
ganz besonderen Highlight. Selbst Läufer aus dem schönen Thüringen
schwärmten von der herrlichen Aussicht, die da bei weitem die
Ausblicke auf den berühmten Rennsteiglauf übertreffen würdne. Denn
beim Rennsteig läuft man zu 98% auf herrlichen Waldwegen ohne
Aussicht. Beim Alpin-Marathon mag das Verhältnis gerade andersrum
sein. Aussicht, Panorama und nochmals Aussicht pur.....
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Und da mag auch mancher Läufer seine
Runningtime - seinen berühmten Schnitt ob 4er, 5er, 6er usw.
vergessen haben. Das zählte hier oben einfach nicht mehr. War auch
gar nicht möglich.
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ohne Worte
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Wie eine Gams ist der Läufer vor mir den
steilen Pfad hinauf. Als ich ihm nachrief und fragte woher er sei - da
war er schon fast über dem Hügel - "ja woher schon - vom
Allgeeeiiii bin i..".
Ups dachte ich mir - es gibt doch
tatsächlich noch Leute, die da rennen....
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Spätestens oben am Grad - wo bereits wie
im letzten Jahr die Bergwacht ihr Seil zur Sicherung gespannt hatte -
hatte es sicherlich der letzte Läufer begriffen. Nein - das ist kein
normaler Marathon! Ich zückte meinen Foto und das war dann auch die
Möglichkeit für die armen Wanderer die auf Grund des Gegenverkehrs
der Marathonis schon länger warten mussten um den wohl
gefährlichsten Teil der Strecke passieren zu können. Einfach genial
- ja - ja jetzt wussten wir wohl, warum wir unterschrieben hatten,
diesen Lauf auf eigene Gefahr zu gehen. Ja, und Schwindelfrei mußte man
ebenso sein....
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....und klettern sollte man auch einwenig
können. Unter zur Hilfenahme von den Händen war zum Beispiel diese
Teilstück nur möglich.
Hier mit der Vorjahressiegerin Ulrike
Steeger aus Bonn Troisdorf. Das ist doch ein Erlebnis, nein eine
Herausforderung - ein Crosslauf ohne Vergleich. Ulrike Steeger wurde
in diesem Jahr 4. bei den Frauen. Ihre ausgezeichnete Zeit lautete:
04:23:29
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Wieder auf den Beinen? Und hopp....
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Der herrliche Grad auf dem Hochgrat. Da
musste ein Foto her. Die Zeit war mir da echt egal.
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Überholen nicht möglich.....
Foto vom
Sportfotografen
Michael Haug
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Kurz vor der Gipfelstation des Hochgrats.
Ein Foto vom Sportfotografen
Michael Haug.
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Nach
der Gipfelstation war ich leider zu faul um weitere Fotos zu
schießen. Auch war die Anspannung vor dem Abstieg so groß, dass ich
doch glatt vergessen hatte Bilder zu machen....
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Meine Laufstrategie....
.....die Angst vor dem Abstieg am
Hochgrat war zu gross.
um auf die Überschrift noch einmal zurückzukommen. Der Respekt
vor dem Abstieg aus dem letzten Jahr bewegte mich dazu, eine nicht
ganz optimale Strategie zu fahren. Da ich mit fürchterlichen
Krämpfen beim Abstieg vom Hochgrat im letzten Jahr zu kämpfen hatte
legte ich folgende Planung zu Grunde:
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Die ersten Kilometer bis Weissach sollten
schnell angegangen werden. Hier lief ich mit einer der Spitzengruppen
mit. Das war zum Beispiel auch Anneliese Weber, die hier bereits
mächtig drauf drückte... Bei der ersten Verpflegungsstation in
Weissach war alles bestens. Zeit 35 Minuten für 7 km - Schnitt 12km/h
also einen glatten 5er Schnitt. Das war ja prima, dachte ich
mir....aber war da nicht schon etwas "Säure" in den Beinen?
Die kleinen Anstiege hatte ich nicht bedacht. Und da ging der Puls
gleich mehrmals auf maximal. Nein, nein das kann gar nicht sein. Noch
nie hatte ich nach 7 km irgendwelche Probleme. So unterdrückte ich
den Gedanken (und die Wahrheit) einfach und lief munter
weiter. Der Verpflegungspunkt Steibis war dann auch schnell
erreicht. 52 Minuten zeigte meine Uhr. Just in Time...dachte ich mir.
Schnell mal den Zettel raus und nochmals nachgeschaut. Alles
bestens.... aber das Tempo - konnte das gut gehen? Ich wollte es an
diesem Tag wissen, im Unterbewusstsein war mir jedoch schon klar
"du bis zu schnell angegangen" und trotzdem habe ich weiter
gepowert.
Imberghaus 1:15 h, also gerade mal 5 Minuten länger als Optimal und 3
Minuten schneller als realistisch... Nach dem Imberghaus ging es doch
mächtig bergab - ich wußte, jetzt musst du draufdrücken, jetzt
musst du Zeit gut machen, denn der schwere Aufstieg kommt ja noch. Und
so war es auch. Der Anstieg kam und es waren immer noch 2 bis 3
Kilometer zur Falkenhütte. Und jetzt war die Wahrheit bereits zu
spüren. Ich merkte meine schweren Beine. Und ein gar schnelles Gehen
wurde fast zur Qual. Dennoch erreichte ich die Falkenhütte bei einer
akzeptablen Zeit 1:55 h. Dazwischen hatte ich sogar ein paar
Fotostopps eingelegt. Die hatte ich aber gerne gemacht, da ich
manchmal glaubte, dass es die Beine nicht mehr machen würden. Da
hatte sich doch tatsächlich Milchsäure angesammelt. Ich ärgerte
mich über meine Dummheit, denn Kraft war noch da und nun hatte ich
mir durch meinen Übereifer den Lauf im wahrsten Sinne des Wortes
etwas "versauert".
Was soll's dachte ich mir und ließ es
nach der Falkenhütte bedeutend langsamer angehen. Und das war gut so.
Meine geplante Geschwindigkeit von 6 km/h also einen 10er-Schnitt war
von der Falkenhütte bis zur Hochgratbergstation nie zu schaffen.
Wurzeln, Klettern, Steigen, nach dem herrlichen Panorama schauen,
Fotografieren und vieles mehr das dauerte doch bedeutend länger als
geplant. So erreichte ich den höchsten Punkt der Tour tatsächlich
erst nach 2:45 h. Das war ein Schnitt von 12 1/2 Minuten für 1
Kilometer. Da war ich schon etwas platt. Und nun oben auf dem Gipfel
aller Gefühle wusste ich noch vom letzten Jahr: Ja keine lange Pause
machen. Ja nicht lange Quatschen, nicht hinsitzen, keine Vesperpause
machen.... - sondern schnell etwas Trinken und sich auf den Abstieg
begeben. Waren doch die fürchterlichen Krämpfe des Vorjahres noch in
bester Erinnerung, die ich beim Abstieg hatte....Und so war ich
nervös wie ein kleiner Schuljunge vor dem ersten Schultag. Das mag
wirklich komisch klingen, aber ich hatte derart großen Respekt vor
dem Abstieg. Und ein großes Fragezeichen begleitete mich.....
Ich ließ es ganz langsam angehen. Zu
langsam und wahrscheinlich zu vorsichtig - ja fast verkrampft ging ich
den Berg hinunter. Viele Läufer "marschierten" ganz locker
an mir vorbei. Ohne jegliche Probleme und ich konnte nicht, nein ich
wollte nicht schneller gehen. Au - tatsächlich nach rund 2 oder 3 km
- der erste Krampf im linken Oberschenkel. Au weia dachte ich mir -
nicht schon wieder. Gerade kam ein alter Hase vorbei und sah, wie ich
doch sichtlich mit dem Krampf kämpfte. "Was kann ich tun?",
fragte ich ihn. "Ganz kräftig durchdrücken und mindestens 1 bis
2 Minuten halten" schwub und schon war er weg. Gesagt, getan und
tatsächlich. Der Krampf war weg. Die Angst jedoch war immer noch da.
Noch hatte ich die Talstation von der Hochgratbahn nicht erreicht.
Viele Läufer hatten mich beim Abstieg dann noch überholt und
irgendwie schaffte ich es dann doch in einer relativ guten Zeit zum
nächsten Verpflegungspunkt, der Talstation zu kommen. Hatte ich doch
für die 6 Kilometer Abstieg eine beachtliche Zeit von 1 h eingeplant,
so war ich dann doch überfroh, also ich bereits nach 45 Minuten am
"Ziel" Talstation war. 3h 30 Minuten war ich unterwegs. Also
exakt in der Mitte meiner Planung
zwischen "Optimal und Erreichbar". Ich holte tief Luft und
wusste. Jetzt könnte eine 4 davor stehen. Waren es doch
"nur" noch schlappe 15 Kilometer bis ins Stadion von
Kalzhofen. Der schlimmste Teil war geschafft. Und nun konnte ich
meinen Rhythmus gehen, denn ich kenne. Und so war es dann auch. Nach
der Verpflegung legte ich erst mal richtig los. Befreit, dass ich den
Berg und den Abstieg geschafft hatte spielend und wieder - wie so oft
viel zu schnell ging es Richtung Steibis. In Steibis vernahm ich
folgende Zeit: 3 h 55 Minuten. Also einen flotten 5er Schnitt sprich
12 km/h. Und nun war klar. Über 1 Stunde Zeit für 10 Kilometer. Da
dürfte nichts mehr anbrennen. Und so war es. Ich nahm deutlich
Geschwindigkeit heraus - merkte sodann auch dass mir Schenkel und
Knochen und Knie auch richtig weh taten und freute mich trotzdem wie
ein kleiner Bub, dass das Ziel so gut wie geschafft war. Mit einer
Zeit von 4:50:03 erreichte ich die Ziellinie überglücklich. Ein
letzter Blick auf meine Planung
war dann noch die Bestätigung dafür - Paule, das haste wieder
gut "hingekriegt".....
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Hier geht es zur Ergebnisliste
vom Alpin-Marathon Oberstaufen 2004.
Die Liste ist als PDF-Datei abgespeichert. Du benötigst einen
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Meine Zeit 2004 war: 04:50:03 = 8,73
km/h = 06:52 min/km
Meine Zeit 2003 war: 06:19:43 = 6,67 km/h = 09:00 min/km
Meine Verbesserung:01:29:37 Eine
Verbesserung um knapp 1 1/2 Stunden bei einem Marathon, das sind
kleine Welten.... Die
Geschwindigkeit ist insofern ebenfalls interessant. Bin ich doch
exakt die gleiche Geschwindigkeit beim Rennsteiglauf
in diesem Jahr gelaufen über 72 km. Zum
Schluss sei wieder ein großes Lob an die Organisatoren des
Alpin-Marathons ausgesprochen. Alles war wieder bestens vorbereitet.
Schade war nur, dass die Marke von 300 Läufer nicht erreicht werden
konnte. Ich kann nur an jeden Marathon-Läufer appellieren: Traut
Euch einfach, so wie ich es im letzten Jahr ohne jegliche
Marathon-Erfahrung geschafft habe. Legt den Respekt vorm Berg ab.
Sicherlich - der Lauf ist kein Pappenstil. Aber durch die
Schönheiten und den zahlreichen Überraschungen auf der Strecke ist
er einzigartig in Deutschland. Und da tritt die eigene Zeit einfach
in den Hintergrund. Hier zählt einfach der Spaß am Laufen und die
Lust Natur pur erleben zu können. Und noch etwas. Man lernt nette
Leute kennen. So habe ich die Bekanntschaft mit Bruno Braun aus der
Schweiz gemacht. Bruno war im WEB auf meinen Bericht vom letzten
Jahr gestoßen und dachte: Den "Chaoten" Paul möchte ich mal kennen
lernen. Zuvor hatten wir schon ein paar Emails ausgetauscht. Im
Zielbereich nach dem Lauf haben wir uns erstmalig getroffen. Ein
nettes und interessantes Gespräch rundete den Aufenthalt in
Oberstaufen als gelungener Lauftag wieder ab. Aber auch im letzten
Jahr konnte ich eine nette Bekanntschaft machen. Armin Maier aus
Berlin, von der Ostalb (Schwäbisch Gmünd) stammend war lange
letztes Jahr mit mir gelaufen. Wir hatten uns auch schon in diesem
Jahr in Berlin getroffen. Sicherlich werden wir beim Berlin Marathon
2004 ebenfalls uns wieder sehen......
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