Home

zurück zu Wettkampfberichte     zurück zur Laufseite
 

Lauftraining

Laufstrecken

Lauflinks

Lauftermine

Wettkämpfe

Letzte Änderung

Kontakt aufnehmen 

Wettkampfbericht
Andreas Wolpfert
aus Ellwangen



























  

Inferno - Triathlon Schweiz 17. - 18.08.2007 
Schwimmen, Rennrad, Mountainbike und Berglauf
"Zwischen Hölle und Himmel"

Andreas Wolpert holt Platz 2 beim schwersten Triathlon der Welt! 
Der INFERNO Triathlon ist mit 5'500 Steigungsmetern einer der härtesten der Welt und wird bereits jetzt zu den Klassikern gezählt. Das unvergleichliche Naturerlebnis in der einmaligen Bergwelt des Berner Oberlandes und die familiäre Stimmung machen den INFERNO zu einem der eindrücklichsten Wettkämpfe. Sport vor der schönsten Kulisse der Welt: Eiger, Mönch und Jungfrau!

Hier der Wettkampfbericht von Andy Wolpert.

Zwischen Hölle und Himmel – der Infernotriathlon!

Am 17. August um 6.30h machte ich mich das zweite Mal in meiner Triathlonkarriere auf den Weg nach Interlaken in die Jungfrauregion zum Infernotriathlon. Diesmal war mir bewusst was auf mich zukommt und ich war doch schon etwas nervös. 3,1km schwimmen im kalten Thunersee, 97 knackige Kilometer mit dem Rennrad, 30km Mountainbike über Stock und Stein und noch der abschließende 25km Berglauf. Das alles mit 5500HM…

Es stand ein langer Tag vor mir und meiner Freundin Elli, die mich begleitete und es gab viel zu tun. Das Rennrad und das Mountainbike mussten in die Wechselzonen, kurz in unserem Hotel vorbei und um 18.00h gab es schon die Wettkampfbesprechung im 1640m hoch gelegenen Mürren, welches nur per Seilbahn, Bahn oder zu Fuß zu erreichen ist. Wir nutzten natürlich unsere Freifahrt mit der Seilbahn, welche vom Veranstalter ausgegeben wird, gelaufen wird dann am Samstag! Nachdem die Vorbereitungen getroffen waren machten wir uns noch ans Nudelnessen und fuhren dann anschließend zurück in unser tolles Alphotel Eiger in dem wunderschön auf 1200m gelegenen Beatenberg. Hier hatten wir schon letztes Jahr gewohnt und Katrin und Christoph bewirteten uns fürstlich. Ein echter Geheimtipp in den Schweizer Alpen mit der besten Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Speziell vom Ruheraum der Sauna aus! Müde gingen wir schon vor 22h ins Bett um am Samstag für den großen Tag fit zu sein.

18. August, Renntag. Pünktlich um 4.30h klingelte der Wecker und es ging ans frisch servierte Frühstück, bei dem Christoph auch schon um diese Zeit alles gab. Gut gestärkt fuhren wir dann nach Thun zum Schwimmstart. Das 2970m hoch gelegene Schilthorn war dieses Jahr leider vor lauter Wolken nicht zu sehen, und so stieg ich ohne das Ziel vor Augen zu haben kurz vor 6.30h in den 17 Grad kühlen Thuner See. Pünktlich um 6.30h fiel der Startschuss und es wurde 3,1km quer über den See nach Oberhofen, was auf 560m liegt, geschwommen. Es lief gut und außer der Kälte fühlte sich Alles gut an. Als 9. verließ ich das Wasser und hatte Kreislaufprobleme wie nie zuvor. Beim Neoausziehen hat es mich beinahe umgehauen und meine klammen Finger hatten alle Mühe den Neo auszubekommen und das Trikot überzustreifen. Kurze Zeit Später flitzte ich wie halb besoffen durch die Wechselzone, irgendwie war mein Kreislauf doch etwas zu heftig beansprucht. Aber kaum auf dem Rad ging es nach wenigen hundert Metern schon in den ersten langen Anstieg nach Beatenberg. Ich machte Platz um Platz gut und es wurde mir warm. Jetzt war ich in meinem Element, bergauf und fühlte mich richtig stark! Das Wetter schien zu halten und alles war gut.

In Beatenberg angekommen lag ich schon auf Platz 4, was mich weiter motivierte und so schoss ich mit 78km/h die tolle Abfahrt nach Interlaken hinunter und überholte noch einige Staffelteilnehmer, die Teil der jeweils vierköpfigen Mannschaften waren. Im Tal und am Brienzersee entlang überholte ich weitere Staffelfahrer, die aber nicht in der Lage waren mein Hinterrad zu halten, es ging zur Sache! Am Fuße des großen Scheidecks angekommen machte sich ein Staffelfahrer mit mir auf den Weg nach oben. Wir unterhielten uns und machten richtig Druck, sammelten Mann um Mann ein, was mir nichts brachte, da es nur Teamfahrer waren, aber es machte Spaß. Kurz vor der auf 1960m Höhe gelegenen Passhöhe überholte ich noch Patrick Jaberg und war somit 3. Der konnte auf der Abfahrt wieder etwas rankommen und wir wechselten fast zeitgleich auf das Mountainbike. Er konnte aber mein Hinterrad nicht halten und auf dem Anstieg zum kleinen Scheideck musste auch er mich ziehen lassen. Weiter oben überholte ich dann Axel Reiser, auch er sah bergauf nicht mehr so locker aus. Ich war somit zweiter, wusste aber, dass es noch ein langer Weg bis ins Ziel ist, auf dem noch alles passieren konnte. An der zweiten Passhöhe des Tages auf 2060m lag ich schon mit etwas Abstand vor meinen Verfolgern, wusste aber, dass jetzt der für mich härteste Teil kommt, die Abfahrt. Auf 10km werden über 1200HM verloren, was richtig steile Wanderwege bedeutet, mit Wurzeln und Steinen, die überhaupt nicht mein Ding sind! Ich dachte mir oft, dass ich öfters mal mit Ingo Mountainbike fahren gehen sollte, vor allem bergab…;-)

Prompt kriegte ich auch bei meiner Abfahrt die Quittung und verlor wieder 2 Plätze. Marti Reto und Axel Reisser überholten mich wieder. Vor allem Marti donnerte den Berg runter, dass es mir ganz schwindlig wurde. Es gibt also noch viel zu tun!

Glücklich, dass ich dieses Jahr nicht stürzte kam ich im Tal an. Nun ging es paar Kilometer eben, bis zur Wechselzone. Hier kam ich dann hinter Marti und Axel aus dem Wechselzelt.

„Platz drei, ob ich den halten kann?“ ging es mir durch den Kopf, aber es war eben noch ein langer Weg. 4km eben und bergab, bevor der Anstieg kommt. Es lief, saubere 4min pro Kilometer und lockere Beine. So jetzt ging es bergauf, die letzten 21km. Axel lief auf mich auf, klopfte mir auf die Schulte und meinte „Auf geht’s“ – recht hatte er. Zu diesem Zeitpunkt ging es mir nicht so gut, ich wusste genau was noch kommt und lies ihn laufen. In Mürren angekommen spürte ich auch schon den nächsten Verfolger im Nacken, Adrian Ruhstaller konnte also auch noch ins Geschehen eingreifen. Ich war ziemlich am Limit und nahm von Elli ein paar Energiegels auf, was an der Stelle erlaubt ist. Sie sprach mir gut zu und motivierte mich noch mal richtig, dass die anderen doch keine Ahnung hätten, was jetzt noch kommt und so… ich dachte nur an die letzten 8km mit den 1340HM und die höllischen Anstiege…

„Auf geht’s Andy“ hörte ich Elli nur noch rufen und dachte mir wieder, recht hat Sie.

Also kämpfte ich einfach weiter um meinen Platz. Von hinten kam erst mal nichts mehr und nach vorne konnte ich Boden gut machen, „geil ich komme ran!“ Meter um Meter machte ich gut, mal gehend und mal wieder laufend, aber immer am Anschlag meiner Kräfte!

Kurze Zeit später lag ich auf Platz 2. Ich war mir aber immer noch nicht sicher, denn ich wusste wie stark ich im Vorjahr an dieser Stelle laufen konnte und war dieses Jahr schon viel kaputter. Wenn jetzt einer von hinten kommt der so laufen würde wie ich im letzten Jahr, hätte ich keine Chance gehabt. Dennoch vergrößerte ich den Abstand auf meine Verfolger. Ich war aber platt, es tat weh und die Höhe machte den Rest. Taktik war jetzt angesagt, noch drei Kilometer bis zum Ziel und nur noch wenige Meter bis zur Nebelwand, „da rein und verstecken!“ dachte ich mir, legte noch mal nen Zahn zu und wanderte dann bis ins Ziel. Über den Klettersteig, den Grat kurz vor dem Ziel, über den ich noch lief und die letzten Stufen bis zur Plattform auf dem Schilthorn, ein Wahnsinns Gefühl, meine 3 Fans waren auch schon da und es war ein Fest die letzten 50m zu laufen! Geil, ich hatte es geschafft! Platz 2, das für mich maximal mögliche, da Marc Pschebizin von mir auf dieser Strecke nicht zu schlagen ist, bis jetzt zumindest ;-). Über 20min betrug sein Vorsprung, was schon deutlich ist! Respekt und nochmals Gratulation. Die Guggenmusik spielte, das Fernsehen war da und Fotos wurden auch noch paar geschossen – schee war’s!

Kaum im Ziel und etwas gefeiert musste ich auch schon zur Dopingkontrolle. War aber Okay, dauerte nur etwas lange, da ich einfach nicht pinkeln musste. Ich war total platt, aber glücklich wieder alles gegeben zu haben. Ich konnte mich wieder richtig quälen!

Zu danken habe ich speziell meiner Freundin, die es sicher nicht immer leicht mit mir und meinem Training hat, dennoch steht sie voll hinter mir und unterstützt mich wo immer sie kann.

So, das war jetzt mein Saisonhöhepunkt für dieses Jahr. Einfach ein geiles Ding was ein richtiger Triathlet einfach mal gemacht haben muss! Freuen durfte ich mich auch noch über etwas Preisgeld, eine schöne Uhr und eine wunderschöne Siegerehrung auf 1600m in Mürren.

Den Sonntag verbrachten wir mit einer kleinen Wanderung, einer Rollerdownhillfahrt (üben fürs nächste Jahr ;-)), einem gemütlichen Abend in der Sauna und einem guten Abendessen in Beatenberg, einem guten Ort sich zu erholen! Speziell bei Karin und Christoph, die beinahe alles für das Wohlbefinden ihrer Gäste machen.

Herzlichen Dank auch an meinen Sponsor Ingo Rupp von freesmile.de für die super Fahrräder. Allen die mich immer tatkräftig unterstützen, möchte ich hier auch noch Danke sagen!

Ein paar Daten:

Strecke

Schwimmen:
Thun - Oberhofen
Distanz 3.1 km

Road Bike:
Oberhofen (562 Meter über Meer) - Sigriswil (810) - Beatenberg (1153) - Interlaken (563) - Meiringen (593) - Grosse Scheidegg (1962) - Grindelwald (943).
Distanz 97 km, Steigung 2145 m.

Mountain Bike:
Grindelwald (943) - Kleine Scheidegg (2061) - Wengen (1275) - Lauterbrunnen (795) - Stechelberg (862).
Distanz 30 km, Steigung 1180 m.

Berglauf:
Stechelberg (862) - Lauterbrunnen (795) - Mürren (1640) - Schilthorn (2970).
Distanz 25 km, Steigung 2175 m.

Hier geht es direkt zur Internetseite vom Inferno-Triathlon: http://www.inferno.ch 

 

  © 2007 Paul Launer
 
 
  Letzte Bearbeitung: 2007-08-25