Der
INFERNO Triathlon ist mit 5'500 Steigungsmetern einer der härtesten
der Welt und wird bereits jetzt zu den Klassikern gezählt. Das
unvergleichliche Naturerlebnis in der einmaligen Bergwelt des Berner
Oberlandes und die familiäre Stimmung machen den INFERNO zu einem
der eindrücklichsten Wettkämpfe. Sport vor der schönsten Kulisse
der Welt: Eiger, Mönch und Jungfrau!
Hier der Wettkampfbericht von Andy Wolpert.
Zwischen
Hölle und Himmel – der Infernotriathlon!
Am
17. August um 6.30h machte ich mich das zweite Mal in meiner
Triathlonkarriere auf den Weg nach Interlaken in die Jungfrauregion
zum Infernotriathlon. Diesmal war mir bewusst was auf mich zukommt
und ich war doch schon etwas nervös. 3,1km schwimmen im kalten Thunersee,
97 knackige Kilometer mit dem Rennrad, 30km Mountainbike über Stock
und Stein und noch der abschließende 25km Berglauf. Das alles mit
5500HM…
Es
stand ein langer Tag vor mir und meiner Freundin Elli, die mich
begleitete und es gab viel zu tun. Das Rennrad und das Mountainbike
mussten in die Wechselzonen, kurz in unserem Hotel vorbei und um
18.00h gab es schon die Wettkampfbesprechung im 1640m hoch gelegenen
Mürren, welches nur per Seilbahn, Bahn oder zu Fuß zu erreichen
ist. Wir nutzten natürlich unsere Freifahrt mit der Seilbahn,
welche vom Veranstalter ausgegeben wird, gelaufen wird dann am
Samstag! Nachdem die Vorbereitungen getroffen waren machten wir uns
noch ans Nudelnessen und fuhren dann anschließend zurück in unser
tolles Alphotel Eiger in dem wunderschön auf 1200m gelegenen
Beatenberg. Hier hatten wir schon letztes Jahr gewohnt und Katrin
und Christoph bewirteten uns
fürstlich. Ein echter Geheimtipp in den Schweizer Alpen mit der
besten Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Speziell vom
Ruheraum der Sauna aus! Müde gingen wir schon vor 22h ins Bett um
am Samstag für den großen Tag fit zu sein.
18.
August, Renntag. Pünktlich um 4.30h klingelte der Wecker und es
ging ans frisch servierte Frühstück, bei dem Christoph auch schon
um diese Zeit alles gab. Gut gestärkt fuhren wir dann nach Thun zum
Schwimmstart. Das 2970m hoch gelegene Schilthorn war dieses Jahr
leider vor lauter Wolken nicht zu sehen, und so stieg ich ohne das
Ziel vor Augen zu haben kurz vor 6.30h in den 17 Grad kühlen Thuner
See. Pünktlich um 6.30h fiel
der Startschuss und es wurde 3,1km quer über den See nach Oberhofen,
was auf 560m liegt, geschwommen. Es lief gut und außer der Kälte fühlte
sich Alles gut an. Als 9. verließ ich das Wasser und hatte
Kreislaufprobleme wie nie zuvor. Beim Neoausziehen hat es mich
beinahe umgehauen und meine klammen Finger hatten alle Mühe den Neo
auszubekommen
und das Trikot überzustreifen. Kurze Zeit Später flitzte ich wie
halb besoffen durch die Wechselzone, irgendwie war mein Kreislauf
doch etwas zu heftig beansprucht. Aber kaum auf dem Rad ging es nach
wenigen hundert Metern schon in den ersten langen Anstieg nach
Beatenberg. Ich machte Platz um Platz gut und es wurde mir warm.
Jetzt war ich in meinem Element, bergauf
und fühlte mich richtig stark! Das Wetter schien zu halten und
alles war gut.
In
Beatenberg angekommen lag ich schon auf Platz 4, was mich weiter
motivierte und so schoss ich mit 78km/h die tolle Abfahrt nach
Interlaken hinunter und überholte noch einige Staffelteilnehmer,
die Teil der jeweils vierköpfigen Mannschaften waren. Im Tal und am
Brienzersee entlang überholte ich weitere Staffelfahrer, die aber
nicht in der Lage waren mein Hinterrad zu halten, es ging zur Sache!
Am Fuße des großen Scheidecks angekommen machte sich ein
Staffelfahrer mit mir auf den Weg nach oben. Wir unterhielten uns
und machten richtig Druck, sammelten Mann um Mann ein, was mir
nichts brachte, da es nur Teamfahrer waren, aber es machte Spaß.
Kurz vor der auf 1960m Höhe gelegenen Passhöhe überholte ich noch
Patrick Jaberg und war somit 3. Der konnte auf der Abfahrt wieder
etwas rankommen und wir wechselten fast zeitgleich auf das
Mountainbike. Er konnte aber mein Hinterrad nicht halten und auf dem
Anstieg zum kleinen Scheideck musste auch er
mich ziehen lassen. Weiter oben überholte ich dann Axel Reiser,
auch er sah bergauf
nicht mehr so locker aus. Ich war somit zweiter, wusste aber, dass
es noch ein langer Weg bis ins Ziel ist, auf dem noch alles
passieren konnte. An der zweiten Passhöhe des Tages auf 2060m lag
ich schon mit etwas Abstand vor meinen Verfolgern, wusste aber, dass
jetzt der für mich härteste Teil kommt, die Abfahrt. Auf 10km
werden über 1200HM verloren, was richtig steile Wanderwege
bedeutet, mit Wurzeln und Steinen, die überhaupt nicht mein Ding
sind! Ich dachte mir oft, dass ich öfters mal mit Ingo Mountainbike
fahren gehen sollte, vor allem bergab…;-)
Prompt
kriegte ich auch bei meiner Abfahrt die Quittung und verlor wieder 2
Plätze. Marti Reto und Axel Reisser überholten mich wieder. Vor
allem Marti donnerte den Berg runter, dass es mir ganz schwindlig
wurde. Es gibt also noch viel zu tun!
Glücklich,
dass ich dieses Jahr nicht stürzte kam ich im Tal an. Nun ging es
paar Kilometer eben, bis zur Wechselzone. Hier kam ich dann hinter
Marti und Axel aus dem Wechselzelt.
„Platz
drei, ob ich den halten kann?“ ging es mir durch den Kopf, aber es
war eben noch ein langer Weg. 4km eben und bergab, bevor der Anstieg
kommt. Es lief, saubere 4min pro Kilometer und lockere Beine. So
jetzt ging es bergauf, die letzten 21km. Axel lief auf mich auf,
klopfte mir auf die Schulte und meinte „Auf geht’s“ – recht
hatte er. Zu diesem
Zeitpunkt ging es mir nicht so gut, ich wusste genau was noch kommt
und lies ihn laufen. In Mürren angekommen spürte ich auch schon
den nächsten Verfolger im Nacken, Adrian Ruhstaller konnte also
auch noch ins Geschehen eingreifen. Ich war ziemlich am Limit und
nahm von Elli ein paar Energiegels auf, was an der Stelle erlaubt
ist. Sie sprach mir gut zu und motivierte mich noch mal richtig,
dass die anderen doch
keine Ahnung hätten, was jetzt noch kommt und so… ich dachte nur
an die letzten 8km mit den 1340HM und die höllischen Anstiege…
„Auf
geht’s Andy“ hörte ich Elli nur noch rufen und dachte mir
wieder, recht hat Sie.
Also
kämpfte ich einfach weiter um meinen Platz. Von hinten kam erst mal
nichts mehr und nach vorne konnte ich Boden gut machen, „geil ich
komme ran!“ Meter um Meter machte ich gut, mal gehend und mal
wieder laufend, aber immer am Anschlag meiner Kräfte!
Kurze
Zeit später lag ich auf Platz 2. Ich war mir aber immer noch nicht
sicher, denn ich wusste wie stark ich im Vorjahr an dieser Stelle
laufen konnte und war dieses Jahr schon viel kaputter. Wenn jetzt
einer von hinten kommt der so laufen würde wie ich im letzten Jahr,
hätte ich keine Chance gehabt. Dennoch vergrößerte ich den
Abstand auf meine Verfolger. Ich war aber platt, es tat weh und die
Höhe machte den Rest. Taktik war jetzt angesagt, noch drei
Kilometer bis zum Ziel und nur noch wenige Meter bis zur Nebelwand,
„da rein und verstecken!“ dachte ich mir, legte noch mal nen
Zahn zu und wanderte dann bis ins Ziel. Über den Klettersteig, den
Grat kurz vor dem Ziel, über den ich noch lief und die letzten
Stufen bis zur Plattform auf dem Schilthorn, ein Wahnsinns Gefühl,
meine 3 Fans waren auch schon da und es war ein Fest die letzten 50m
zu laufen! Geil, ich hatte es geschafft! Platz 2, das für mich
maximal mögliche, da Marc Pschebizin von mir auf dieser Strecke
nicht zu schlagen ist, bis jetzt zumindest ;-). Über 20min betrug
sein Vorsprung, was schon deutlich ist! Respekt und nochmals
Gratulation. Die Guggenmusik spielte, das Fernsehen war da und Fotos
wurden auch noch paar geschossen – schee war’s!
Kaum
im Ziel und etwas gefeiert musste ich auch schon zur
Dopingkontrolle. War aber Okay, dauerte nur etwas lange, da ich
einfach nicht pinkeln musste. Ich war total platt, aber glücklich
wieder alles gegeben zu haben. Ich konnte mich wieder richtig quälen!
Zu
danken habe ich speziell meiner Freundin, die es sicher nicht immer
leicht mit mir und meinem Training hat, dennoch steht sie voll
hinter mir und unterstützt mich wo immer sie kann.
So,
das war jetzt mein Saisonhöhepunkt für dieses Jahr. Einfach ein
geiles Ding was ein richtiger Triathlet einfach mal gemacht haben
muss! Freuen durfte ich mich auch noch über etwas Preisgeld, eine
schöne Uhr und eine wunderschöne Siegerehrung auf 1600m in Mürren.
Den
Sonntag verbrachten wir mit einer kleinen Wanderung, einer
Rollerdownhillfahrt (üben fürs nächste Jahr ;-)), einem gemütlichen
Abend in der Sauna und einem guten Abendessen in Beatenberg, einem
guten Ort sich zu erholen! Speziell bei Karin und Christoph, die
beinahe alles für das Wohlbefinden ihrer Gäste machen.
Herzlichen
Dank auch an meinen Sponsor Ingo Rupp von freesmile.de für die
super Fahrräder. Allen die mich immer tatkräftig unterstützen, möchte
ich hier auch noch Danke sagen!
Ein paar Daten:
Strecke
Schwimmen:
Thun - Oberhofen
Distanz 3.1 km
Road Bike:
Oberhofen (562 Meter über Meer) - Sigriswil (810) - Beatenberg
(1153) - Interlaken (563) - Meiringen (593) - Grosse Scheidegg
(1962) - Grindelwald (943).
Distanz 97 km, Steigung 2145 m.
Mountain Bike:
Grindelwald (943) - Kleine Scheidegg (2061) - Wengen (1275) -
Lauterbrunnen (795) - Stechelberg (862).
Distanz 30 km, Steigung 1180 m.
Berglauf:
Stechelberg (862) - Lauterbrunnen (795) - Mürren (1640) -
Schilthorn (2970).
Distanz 25 km, Steigung 2175 m.
Hier geht es direkt zur Internetseite
vom Inferno-Triathlon: http://www.inferno.ch
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