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Wettkampfbericht
Wolfgang Stueckle
vom Ironman UK



























  

Ironman UK in Sherboren - Region Dorset (Südwestengland)
Triathlon  - 19.08.2007 


Ein Bericht von
Wolfgang Stückle 

Wolfgang unterstützt bei seinen sportlichen Aktivitäten insbesondere Krebspatienten und sammelt Gelder für die Krebsforschung. Dazu kann ich Ihm nur meine Anerkennung und mein Lob aussprechen.

Paul Launer - www.hobbylauf.de 

Hallo zusammen,

Was für ein Wochenende! Und auf jeden Fall eines mit gemischten Gefühlen. Aber alles schön der Reihe nach.

Zunächst möchte ich mich ganz, ganz herzlich für eure tolle Unterstützung danken. Natürlich vor allem für eure Bereitschaft, mir und den von mir unterstützten wohltätigen Organisationen und Einrichtungen mit euren Spenden zu helfen. Neben der hauptsächlichen Verwendung für Krebs- und insbesondere Leukämieerforschung werden die von mir gesammelten Gelder auch für ein lokales Projekt in Dorset verwendet werden. Rotary unterstützt den Bau eines Schwimmbades mit der Idee sozial schwachen und problematischen Jugendlichen Triathlon als Alternative zu einem möglichen Abfall ins kriminelle Millieu anzubieten. Auch in all deren Namen möchte ich mich bei euch bedanken. Insgesamt konnte ich gut 7.800 Euro an Spenden sammeln, was mich zum Top-Spendensammler des Ironman UK gemacht hat. Zumindest hier hat alles nach Plan geklappt. Und damit komme ich zum eigentlichen Rennbericht.

Auch hier zunächst ein Dankeschön an euch, für die aufmunternden Worte vor und nach dem Rennen, fürs Mitfiebern, fürs Daumendrücken und auch für die Unterstützung das ganze Jahr über. Alle die sich online die Ergebnisse angeschaut haben, haben sich wohl schon gedacht, dass im Rennen nicht alles nach Plan lief. Aber der Reihe nach.

Am Samstag vor dem Rennen war es den ganzen Tag regnerisch, kalt und windig. Auch am Sonntagmorgen, als ich um 04:00 Uhr zum Start gefahren bin hat es noch leicht geregnet. Allerdings sollte der Wettergott zumindest teilweise ein Einsehen mit uns haben, denn bis um 06:00 Uhr zum Start hatte es aufgehört zu regnen, allerdings war es immer noch recht windisch. Das Wasser im See war eiskalt, mir ist das erste Mal bei einem Ironman beim Einschwimmen das Gesicht eingefroren. Organisatorisch etwas ungeschickt war, dass wir nicht wie geplant pünktlich um 06:00 Uhr gestartet sind, sondern mit 20 Minuten Verspätung. Die lange Wartezeit im kalten Wasser war sicherlich kein optimaler Start, aber das Rennen heisst schliesslich nicht umsonst Ironman. Nach 1:01h war ich dann auch wieder aus dem Wasser – so ziemlich die gleiche Zeit wie im letzten Jahr – und es ging zum ersten Mal in die Wechselzone. Wie kalt das Wasser tatsächlich war, habe ich dort noch einmal bestätigt bekommen. Meine Zehen waren blau! An Stelle 200 liegend ging es dann auf die Radstrecke. Die es in sich hat. 2.300 Höhenmeter und am Sonntag auch mit teilweise Gegenwind von fast 30km/h. Aber Radfahren ist meine Stärke und so bin ich zuversichtlich angefahren und habe wie gewohnt fleissig andere Teilnehmer überholt. Dann allerdings, nach knapp 14 Kilometern der erste Rückschlag. Platten im Vorderrad. Gar nicht so einfach mit noch halb eingefrorenen Händen einen Schlauchreifen zu wechseln. Und dabei reihenweise Radfahrer vorbeiziehen zu sehen. Die Uhr bleibt schliesslich auch nicht stehen. Nach 10 Minuten sass ich dann auch wieder auf dem Rad und habe mich erneut ans Überholen gemacht. Wer sich an mein Rennen in UK im letzten Jahr erinnert, ich hatte meinen Platten an genau der gleichen Stelle wie damals. Ich hab mir allerdings gesagt, gut, das passt jetzt. Damals konnte ich den Platten nicht flicken, dieses Jahr hat es gut geklappt und 10 Minuten sind nicht die Welt. Die kann ich aufholen und wieder gutmachen. Das Radfahren war hart und kalt, allerdings war es immer noch trocken von oben und die Strassen sind langsam abgetrocknet. Auf der dritten von drei Radrunden habe ich dann gemerkt, dass auch mein Hinterrad Luft verliert. Sehr ärgerlich wenn man bedenkt, dass ich den kompletten Laufradsatz vor dem Rennen mit neuen Schlauchreifen ausgerüstet hatte. Aber nicht die ganze Luft ist entwichen und so bin ich weitergefahren. Und konnte auch noch etwas zulegen und vor allem an den Bergen viele überholen. Dann um 12:27 Uhr auf der letzten langen Abfahrt etwa 20 Kilometer vor dem Ziel die Katastrophe. Hinterrad platt!!! Und nichts mehr zum Flicken. Wer nimmt schon zwei Schlauchreifen mit? Ich habe zunächst versucht den Reifen wieder aufzupumpen, allerings ohne Erfolg. Zum Glück war ich in der Nähe eines Streckenposten liegengeblieben, allerdings hat mir das auch nicht viel geholfen. Der hatte allerdings auch keine Ersatzteile. Wie im letzten Jahr gab es auch dieses Mal keinen Materialwagen. Somit blieb mir nur noch eins, Radschuhe aus und Laufen. Der Gedanke das Rad in die Ecke zu schmeissen ist mir kurz gekommen, denn mir war klar, dass eine gute Zeit nicht mehr möglich war und auch der Platz für Hawaii in jedem Fall an jemand anderes gehen würde. Dann habe ich allerdings an euch und eure tolle Unterstützung gedacht. Und ich wollte euch nicht enttäuschen. Ausserdem, wie wir so schön sagen: it ain’t over till it’s over. Also weiter zu Fuss. Rennen in Socken ist nicht das angenehmste Gefühl und ich muss ein seltsames Bild abgegeben haben. 2 Kilometer weiter am nächsten Streckenposten hatte ich dann auch kein Glück was Ersatzteile anging und so ging es in leichtem Trab weiter über die rollenden Hügel Dorsets. Die Zuschauer, an denen ich vorbei kam haben mich mit der wiederholten Frage „Are you ok?“ dann doch ziemlich überrascht. Allerdings waren sie wohl noch überraschter, dass ich dann tatsächlich mit „No, not really.“ geantwortet habe. Nach weiteren knapp 3 Kilometern zu Fuss – ich hatte mich schon auf einen langen Tag eingestellt, denn zu Fuss ins Ziel plus Marathon hätte dann doch noch etwas gebraucht - dann die Erlösung. Ein Athlet hat sich meiner erbarmt und mir seinen Schlauch geliehen. Allerdings war es ein anderes Model und ich musste mein Rad erst anpassen. Zu Regnen hatte es mitlerweile auch begonnen. Kurze Rede langer Sinn, um 13:25 war mein Rad wieder soweit fahrtüchtig, dass ich die letzten Kilometer ins Ziel noch fahren konnte. Der Wechsel zum Laufen ging dann flott von statten und obwohl mir die Füsse vom Barfusslaufen schon etwas weh taten ging es doch vom Start weg ganz gut. Richtig motiviert war ich allerdings nicht mehr so richtig. Wozu sich wirklich quälen, wenn doch Zeit und Hawaii schon abgeschrieben werden mussten? Allerdings hab ich dann nach knapp 4 Kilometern Martin gesehen, einen Freund aus Deutschland, der ebenfalls am Start war. Er kam schon vom ersten Wechselpunkt zurück und ich dachte mir, dass er sicherlich schon auf der zweiten Runde sei. Als ich ihn dann allerdings am nächsten Wechselpunkt noch einmal gesehen habe und ich gemerkt habe, dass ich trotz angezogener Handbremse etwas näher gekokmmen war, bin ich dann auf ihn aufgelaufen. Können wir das Rennen dann eben zusammen beenden. Martin ging es schon nicht mehr so gut, er hatte insgesamt keinen guten Tag. Ebenfalls einen Platten auf dem Rad und insgesamt eher ein maues Rennen. So sind wir dann etwas über 10 Kilometer langsam zusammen weitergezogen. Mir wars in dem Moment echt egal und ich wollte ihm eben noch Gesellschaft leisten. Martin musste dann bei Kilometer 26 aufs Dixie und hat mich alleine weitergeschickt. Ich bin langsam losgetrabt und wollte eigentlich noch auf ihn warten, aber irgendwie wollte ich mir dann doch noch beweisen, dass ich die Beine für einen Hawaiiplatz gehabt hätte, und habe das Tempo etwas hochgeschraubt. Auf den letzten 16 Kilometern hatte ich dann einen Schnitt von 4:10 pro km und kam nach einer Marathonzeit von 3:28h und einer Gesamtzeit von 10:56h ins Ziel. Was immer noch Platz 160 im 1.500 starken Teilnehmerfeld bedeutete. Die Marathonzeit hat mich dann doch etwas versöhnlich gestimmt, denn es war weiterhin sehr windig und es galt immerhin nocheinmal über 700 Höhenmeter zu bewältigen. Spekulationen sind natüerlich immer müssig, aber eine Zeit knapp unter 09:30 wäre möglich gewesen. Das wäre Platz 3 in der Altersklasse und Top 25 gesamt gewesen. Nun, wie gesagt. Was wäre wenn ist immer müssig. Aber wir sehen uns nächstes Jahr. Auf der positiven Seite, ich hatte ein gutes Rennen, habe mich sehr stark auf dem Rad gefühl, das Laufen ging auch gut und meine Ernährung hat auch gepasst. Es war sicherlich einer meiner härtesten Rennen.  

Jetzt ist erst einmal Erholung angesagt. Soweit von meiner Seite, Fotos auf Anfrage ;-) Danke an euch noch einmal. Ihr seid klasse.

Wolfgang

 

Hier geht es direkt zur Internetseite vom Ironman UK http://www.ironmanuk.com/  

 
Nach dem ich den Wolfgang als Touristiker gefragt habe, wo denn der Ironman UK stattfand, so bekam ich folgende Antwort: 

"Der Ironman war in Sherboren, das ist im Gebiet Dorset. Westlicher Teil von England. Hoehe Bristol, allerdings etwas suedlich und wenn man von Bristol ein Lot faellt zur Suedkueste, dann liegt Sherborne so ziemlich in der Mitte."

Alles klar? 

Ich habe es für Euch und natürlich auch für meine Neugierde recherchiert:


  © 2008 Paul Launer
 
 
  Letzte Bearbeitung: 2008-02-15