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Wolfgang
unterstützt bei seinen sportlichen Aktivitäten insbesondere
Krebspatienten und sammelt Gelder für die Krebsforschung. Dazu kann
ich Ihm nur meine Anerkennung und mein Lob aussprechen.
Paul Launer - www.hobbylauf.de
Hallo
zusammen,
Was
für ein Wochenende! Und auf jeden Fall eines mit gemischten Gefühlen.
Aber alles schön der Reihe nach.
Zunächst
möchte ich mich ganz, ganz herzlich für eure tolle Unterstützung
danken. Natürlich vor allem für eure Bereitschaft, mir und den von
mir unterstützten wohltätigen Organisationen und Einrichtungen mit
euren Spenden zu helfen. Neben der hauptsächlichen Verwendung für
Krebs- und insbesondere Leukämieerforschung werden die von mir
gesammelten Gelder auch für ein lokales Projekt in Dorset verwendet
werden. Rotary unterstützt den Bau eines Schwimmbades mit der Idee
sozial schwachen und problematischen Jugendlichen Triathlon als
Alternative zu einem möglichen Abfall ins kriminelle Millieu
anzubieten. Auch in all deren Namen möchte ich mich bei euch
bedanken. Insgesamt konnte ich gut 7.800 Euro an Spenden sammeln,
was mich zum Top-Spendensammler des Ironman UK gemacht hat.
Zumindest hier hat alles nach Plan geklappt. Und damit komme ich zum
eigentlichen Rennbericht.
Auch
hier zunächst ein Dankeschön an euch, für die aufmunternden Worte
vor und nach dem Rennen, fürs Mitfiebern, fürs Daumendrücken und
auch für die Unterstützung das ganze Jahr über. Alle die sich
online die Ergebnisse angeschaut haben, haben sich wohl schon
gedacht, dass im Rennen nicht alles nach Plan lief. Aber der Reihe
nach.
Am
Samstag vor dem Rennen war es den ganzen Tag regnerisch, kalt und
windig. Auch am Sonntagmorgen, als ich um 04:00 Uhr zum Start
gefahren bin hat es noch leicht geregnet. Allerdings sollte der
Wettergott zumindest teilweise ein Einsehen mit uns haben, denn bis
um 06:00 Uhr zum Start hatte es aufgehört zu regnen, allerdings war
es immer noch recht windisch. Das Wasser im See war eiskalt, mir ist
das erste Mal bei einem Ironman beim Einschwimmen das Gesicht
eingefroren. Organisatorisch etwas ungeschickt war, dass wir nicht
wie geplant pünktlich um 06:00 Uhr gestartet sind, sondern mit 20
Minuten Verspätung. Die lange Wartezeit im kalten Wasser war
sicherlich kein optimaler Start, aber das Rennen heisst schliesslich
nicht umsonst Ironman. Nach 1:01h war ich dann auch wieder aus dem
Wasser – so ziemlich die gleiche Zeit wie im letzten Jahr – und
es ging zum ersten Mal in die Wechselzone. Wie kalt das Wasser tatsächlich
war, habe ich dort noch einmal bestätigt bekommen. Meine Zehen
waren blau! An Stelle 200 liegend ging es dann auf die Radstrecke.
Die es in sich hat. 2.300 Höhenmeter und am Sonntag auch mit
teilweise Gegenwind von fast 30km/h. Aber Radfahren ist meine Stärke
und so bin ich zuversichtlich
angefahren und habe wie gewohnt fleissig andere Teilnehmer überholt.
Dann allerdings, nach knapp 14 Kilometern der erste Rückschlag.
Platten im Vorderrad. Gar nicht so einfach mit noch halb
eingefrorenen Händen einen Schlauchreifen zu wechseln. Und dabei
reihenweise Radfahrer vorbeiziehen zu sehen. Die Uhr bleibt
schliesslich auch nicht stehen. Nach 10 Minuten sass ich dann auch
wieder auf dem Rad und habe mich erneut ans Überholen gemacht. Wer
sich an mein Rennen in UK im letzten Jahr erinnert, ich hatte meinen
Platten an genau der gleichen Stelle wie damals. Ich hab mir
allerdings gesagt, gut, das passt jetzt. Damals konnte ich den
Platten nicht flicken, dieses Jahr hat es gut geklappt und 10
Minuten sind nicht die Welt. Die kann ich aufholen und wieder
gutmachen. Das Radfahren war hart und kalt, allerdings war es immer
noch trocken von oben und die Strassen sind langsam abgetrocknet.
Auf der dritten von drei Radrunden habe ich dann gemerkt, dass auch
mein Hinterrad Luft verliert. Sehr ärgerlich wenn man bedenkt, dass
ich den kompletten Laufradsatz vor dem Rennen mit neuen
Schlauchreifen ausgerüstet hatte. Aber nicht die ganze Luft ist
entwichen und so bin ich weitergefahren. Und konnte auch noch etwas
zulegen und vor allem an den Bergen viele überholen. Dann um 12:27
Uhr auf der letzten langen
Abfahrt etwa 20 Kilometer vor dem Ziel die Katastrophe. Hinterrad
platt!!! Und nichts mehr zum Flicken. Wer nimmt schon zwei
Schlauchreifen mit? Ich habe zunächst versucht den Reifen wieder
aufzupumpen, allerings ohne Erfolg. Zum Glück war ich in der Nähe
eines Streckenposten liegengeblieben, allerdings hat mir das auch
nicht viel geholfen.
Der hatte allerdings auch keine Ersatzteile. Wie im letzten Jahr gab
es auch dieses Mal keinen Materialwagen. Somit blieb mir nur noch
eins, Radschuhe aus und Laufen. Der Gedanke das Rad in die Ecke zu
schmeissen ist mir kurz gekommen, denn mir war klar, dass eine gute
Zeit nicht mehr möglich war und auch der Platz für Hawaii in jedem
Fall an jemand anderes gehen würde. Dann habe ich allerdings an
euch und eure tolle Unterstützung gedacht. Und ich wollte euch
nicht enttäuschen. Ausserdem, wie wir so schön sagen: it ain’t
over till it’s over. Also weiter zu Fuss. Rennen in Socken ist
nicht das angenehmste Gefühl und ich muss ein seltsames Bild
abgegeben haben. 2 Kilometer weiter am nächsten Streckenposten
hatte ich dann auch kein Glück was Ersatzteile anging und so ging
es in leichtem Trab weiter über die rollenden Hügel Dorsets. Die
Zuschauer, an denen ich vorbei kam haben mich mit der wiederholten
Frage „Are you ok?“ dann doch ziemlich überrascht. Allerdings
waren sie wohl noch überraschter, dass ich dann tatsächlich mit
„No, not really.“ geantwortet habe. Nach weiteren knapp 3
Kilometern zu Fuss – ich hatte mich schon auf einen langen Tag
eingestellt, denn zu Fuss ins Ziel plus Marathon hätte dann doch
noch etwas gebraucht - dann die Erlösung. Ein Athlet hat sich
meiner erbarmt und mir seinen Schlauch geliehen. Allerdings war es
ein anderes Model und ich musste mein Rad erst anpassen. Zu Regnen
hatte es mitlerweile auch begonnen. Kurze Rede langer Sinn, um 13:25
war mein Rad wieder soweit fahrtüchtig, dass ich die letzten
Kilometer ins Ziel noch fahren konnte. Der Wechsel zum Laufen ging
dann flott von statten und obwohl mir die Füsse vom Barfusslaufen
schon etwas weh taten ging es doch vom Start weg ganz gut. Richtig
motiviert war ich allerdings nicht mehr so richtig. Wozu sich
wirklich quälen, wenn doch Zeit und Hawaii schon abgeschrieben
werden mussten? Allerdings hab ich dann nach knapp 4 Kilometern
Martin gesehen, einen Freund aus Deutschland, der ebenfalls am Start
war. Er kam schon vom ersten Wechselpunkt zurück und ich dachte
mir, dass er sicherlich schon auf der zweiten Runde sei. Als ich ihn
dann allerdings am nächsten Wechselpunkt noch einmal gesehen habe
und ich gemerkt habe, dass ich trotz angezogener Handbremse etwas näher
gekokmmen war, bin ich dann auf ihn aufgelaufen. Können wir das
Rennen dann eben zusammen beenden. Martin ging es schon nicht mehr
so gut, er hatte insgesamt keinen guten Tag. Ebenfalls einen Platten
auf dem Rad und insgesamt eher ein maues Rennen. So sind wir dann
etwas über 10 Kilometer langsam zusammen weitergezogen. Mir wars in
dem Moment echt egal und ich wollte ihm eben noch Gesellschaft
leisten. Martin musste dann bei Kilometer 26 aufs Dixie und hat mich
alleine weitergeschickt. Ich bin langsam losgetrabt und wollte
eigentlich noch auf ihn warten, aber irgendwie wollte ich mir dann
doch noch beweisen, dass ich die Beine für einen Hawaiiplatz gehabt
hätte, und habe das Tempo etwas hochgeschraubt. Auf den letzten 16
Kilometern hatte ich dann einen Schnitt von 4:10 pro km und kam nach
einer Marathonzeit von 3:28h und einer Gesamtzeit von 10:56h ins
Ziel. Was immer noch Platz 160 im 1.500 starken Teilnehmerfeld
bedeutete. Die Marathonzeit hat mich dann doch etwas versöhnlich
gestimmt, denn es war weiterhin sehr windig und es galt immerhin
nocheinmal über 700 Höhenmeter zu bewältigen. Spekulationen sind
natüerlich immer müssig, aber eine Zeit knapp unter 09:30 wäre möglich
gewesen. Das wäre Platz 3 in der Altersklasse und Top 25 gesamt
gewesen. Nun, wie gesagt. Was wäre wenn ist immer müssig. Aber wir
sehen uns nächstes Jahr. Auf der positiven Seite, ich hatte ein
gutes Rennen, habe mich sehr stark auf dem Rad gefühl, das Laufen
ging auch gut und meine Ernährung hat auch gepasst. Es war
sicherlich einer meiner härtesten Rennen.
Jetzt
ist erst einmal Erholung angesagt. Soweit von meiner Seite, Fotos
auf Anfrage ;-) Danke an euch noch einmal. Ihr seid klasse.
Wolfgang
Hier geht es direkt zur Internetseite
vom Ironman UK http://www.ironmanuk.com/
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