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Macht
nichts die Stimmung war gut, nach KM 1 war auch ich dann
aufgewacht. Die Zeit der beiden Startkilometer war um ca. 20
sec. schneller als ich es mir bei der Menge an Läufern und
dem zu erwartenden Startgedränge vorgestellt hatte.
Bei
KM 5 und 6 ging es dann leicht Bergauf, was dann auch gleich
am zu hohen Puls zu sehen war. Hier sah ich das erste Mal
meine kleine Familie, die Nicoletta und den Joey. Na wenn das
kein Ansporn ist.
Ab
Kilometer 8 war dann mein Puls auch wieder im gewünschten
Bereich und obwohl es bis KM 12 immer leicht bergauf ging
konnte ich meine Zeiten meist um die 4,17 min pro KM halten.
Es lief sehr gut ich war bester Dinge und hatte bei KM 5 mein
Laufshirt schon abgegeben, denn bei der Geschwindigkeit
entwickelte ich doch ganz schön Temperatur. Mein neu
erworbener Triathloneinteiler hat sich hierbei bestens
bewährt.
Bis
zur HM Marke ging es dann den einen oder anderen KM leicht
bergab und ich konnte meinen Puls gut bei 160 bpm halten und
lief dabei teilweise KM Zeiten von 4,06 oder 4,08. Bei KM 20
ging´s dann noch mal ganz gut aufwärts bevor es zum Schluss
der ersten Runde ins Messegelände ging. Hier war der Start,
das Ziel und damit natürlich auch eine ganze Menge Zuschauer
die wie überall auf der Strecke richtig motivierten und ob
fachkundig oder nicht wirklich ihr bestes gaben.
Das
spornt natürlich an und so war mein KM 21 mit 4,01 min sicher
zu schnell. Egal, meine Halbmarathonzeit war mit 1:29:39 um
eine Minute schneller als geplant und obwohl meine Taktik
51:49 war hatte ich nun ein kleines Polster für die zweite
Runde und hoffentlich nicht zuviel Pulver verschossen. Ich
fühlte mich wirklich Top und nachdem ich die letzten 5
Kilometer nur noch an Läufern vorbeizog war ich bester Laune.
Doch der eigentliche Lauf ging ja hier erst wirklich los.
Der
Gegenwind bei KM 23 – 25 brachte mich etwas ins Grübeln.
Entweder hinter einem Läufer Windschatten laufen und etwas
Zeit verlieren oder Kraft verschwenden bei böigem Wind direkt
von vorne. Für die zweite Möglichkeit habe ich mich dann
entschieden, ob sich das nicht rächt? Die Steigung bei KM 26
– 27 war kein Problem, doch langsam machten sich die
Kilometer leicht bemerkbar. Das flotte Tempo von bis dahin 14
km/h ist halt nicht ganz ohne.
Viele
Zuschauer feuerten uns beim Zick Zack Lauf über das
historische Kopfsteinpflaster in der Altstadt an. Hier und an
vielen anderen Stellen war richtig was los.
Ab
KM 30 war es dann schwer den Schnitt von 4,13 pro KM zu
halten. Meine Waden machten sich abwechselnd etwas bemerkbar
und es ging noch bis KM 33 leicht aufwärts. Um mit dem Puls
nicht zu hoch zu kommen nahm ich die verlorene Zeit in Kauf,
es waren immer zwischen 2 und 15 sec, mit dem Hintergedanken
das es ab KM 33 wieder leicht abwärts gehen wird und dann
kann ich wieder Zeit gutmachen.
Den
ersten KM abwärts (KM 33) ließ ich dann locker angehen um
mich etwas zu erholen. Mit erstaunen musste ich dann bei den
weiteren Kilometern 34 – 37 feststellen das ich trotz ganz
leichtem Gefälle und Puls um 164 bpm „nur“ Zeiten von
4,17 pro KM schaffte. Spätestens jetzt war mir klar das ich
noch eine gute Portion zulegen muss um mein Traumziel von
2:59:59 Std noch erreichen zu können.
Also
probierte ich mein Tempo zu forcieren um die gut 40 sec die
ich bis dahin hinter meinem Zeitplan lag noch aufzuholen. Bei
KM 38 Gas zu geben war aber leider dann nicht mehr drin, im
Gegenteil, jetzt kamen noch zwei Kilometer gegen den Wind und
meine Akku´s waren so gut wie leer.
Nach
KM 39 war klar die 3 Stunden Grenze wird heute nicht von mir
geknackt. Jetzt hieß es so gut wie möglich durchzuhalten und
schön locker zu bleiben. Viele Zuschauer feuerten uns noch
an, Sie sahen bestimmt dass es meinen Mitstreitern ähnlich
„gut“ ging wie mir. Meine Hoffnung mich vielleicht noch an
einen ran hängen zu können der von hinten kommt hat sich
leider lange nicht erfüllt und als dann einer kam bei KM 40
(den hatte ich bei KM 35 überholt) konnte ich ihm beim besten
Willen nur 200 Meter folgen.
Ab
hier war ich dann wirklich ganz alleine mit mir beschäftigt.
Zwei Kilometer noch, wie oft bin ich diese Kleinigkeit
gelaufen, auf die Zähne beißen, Tempo machen, auf geht’s
noch mal alles geben. Einige Zuschauer litten glaub ich mit
mir mit und trieben mich ein letztes mal an.
Aber
leichter gesagt als getan, der letzte Anstieg vor dem Ziel gab
mir dann fast den Rest. Meine KM Zeit war mir jetzt egal(ca. 5
min pro min), ankommen so gut
wie möglich war jetzt meine Devise.
Die Menge der Zuschauer auf dem Messegelände hatte sich
bestimmt zu diesem Zeitpunkt noch mal verdoppelt. Ein riesiger
Spalier von vielleicht einem KM feuerte uns hier noch einmal
gehörig an, so das ich fast Nicoletta und Joey übersehen
hätte. Obwohl ich finito war ließ ich mich doch noch zu
einem Zielsprint gegen einen Läufer hinreisen, welchen ich
vor 2 KM hinter mir gelassen hatte. Die Zieluhr zeigte 3:02:55
Std. als ich einlief, was für mich eine Nettozeit von 3:02:47
Std. bedeutete.
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Nach
ein paar Minuten der Erholung bekam ich dann meine
Finisher-Medallie überreicht. Beim Verpflegungsstand im
Zielbereich, welcher
sich in der Messehalle 3 befand, war zum Glück noch
nicht allzu viel los. Hier konnte ich dann das erste Mal
den Lauf kurz Revue passieren lassen.
Fazit:
Es war ein sehr guter
Lauf, sowohl die Verpflegung als auch die Organisation
und vor allem die Zuschauer waren hervorragend. So hab
ich die Badener von einer ganz guten Seite kennen
gelernt. Von der Witterung her war es bestimmt nicht
ganz optimal, der Gegenwind und zwischenzeitlich 10
Minuten Regen wechselten sich bei guten Temperaturen von
ungefähr 13 Grad Celsius mit einigem an Sonnenschein
ab. Aber das gehört beim Sport im Freien ganz einfach
dazu und das macht die ganze Sache ja auch so spannend.
Abgesehen
davon hatte ich während der 12 Wochen Vorbereitung nur
ein oder zweimal ein solch „gutes“ Wetter.
Bestzeiten
läuft man wohl auf anderen Strecken einfacher musste
ich Dank der ca. 140 Höhenmeter, dem Kopfsteinpflaster
und einigen engen Kurven einsehen. Trotzdem hab ich hier
meine Marathonzeit um über 12 Minuten verbessert.
Einige
Daten zum Lauf: KM Schnitt 4,20 min
Durchschnittsgeschwindigkeit ca 13,9 KM/H
Die
nächsten zwei Tage verbrachten wir noch in Freiburg und
besichtigten zu Fuß die Altstadt, den Schlossberg, die
Bächle und das Münster. Wir kamen zu dem Schluss das
Freiburg auf jeden Fall eine Reise wert ist mit der sehr
schönen Altstadt, dem angenehmen Flair und den netten
Menschen sowie einigen gemütlichen Kneipen und Cafe´s
die wir besuchten.
Bericht
von Michael Lutz aus Dinkelsbühl
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