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3. Freiburg Marathon - Sonntag, 02. April 2006 
Ein Bericht von Michael Lutz aus Dinkelsbühl
 



Michael Lutz beim Freiburg-Marathon 2006

Start für den 3. Freiburg Marathon war am Sonntag um 11.05 Uhr, diesmal getrennt von den Halbmarathonis. Zum Glück, denn die 2400 Marathonläufer waren dann doch ein überschaubarer Haufen im Gegensatz zu den ca. 9000 Läufern über 21 Kilometer.  

Etwas zu zeitig bin ich in den Startblock gegangen um mir eine gute Startposition zu verschaffen. Leichtsinnigerweise habe ich kurz zuvor noch meine letzte halbe Banane weggeworfen, denn ich wollte mich ja nicht mit einem vollen Magen belasten.

Die Folge daraus war dann ein leichtes Hungergefühl ca. 10 Minuten vor dem Start. Zu früh oder zuwenig zum Frühstück gegessen, Banane verschwendet??? es half alles nichts, raus aus dem Startblock war nicht drin. Für das Squeezy Gel fehlte mir die Flüssigkeit zum nach trinken, na das geht ja gut los.

Schlecht von der Organisation her war die fehlende Uhr am Start und die falsche Positionierung der Lautsprecher, die Ansagen zum Start bzw. Lauf konnte ich kaum verstehen.

Mein Puls war kurz vor dem Start bei 75 bpm wobei ich mich schon fragte ob ich überhaupt schon wach bin. Dann endlich der Startschuss bei ca. 13 Grad Celsius und sonnigem teilweise wolkigem Himmel. Eigentlich optimales Laufwetter wenn da nicht der böige Wind gewesen wäre. Zwischen Kilometer 2 und 4 sowie zw. Kilometer 17 und 20 war teilweise richtig böiger Gegenwind, welcher leider bei der zweiten Runde (KM 23 – 25 u. 38 – 41)die in Freiburg  zu absolvieren war meiner Meinung nach noch etwas kräftiger war.

Macht nichts die Stimmung war gut, nach KM 1 war auch ich dann aufgewacht. Die Zeit der beiden Startkilometer war um ca. 20 sec. schneller als ich es mir bei der Menge an Läufern und dem zu erwartenden Startgedränge vorgestellt hatte.

Bei KM 5 und 6 ging es dann leicht Bergauf, was dann auch gleich am zu hohen Puls zu sehen war. Hier sah ich das erste Mal meine kleine Familie, die Nicoletta und den Joey. Na wenn das kein Ansporn ist.

Ab Kilometer 8 war dann mein Puls auch wieder im gewünschten Bereich und obwohl es bis KM 12 immer leicht bergauf ging konnte ich meine Zeiten meist um die 4,17 min pro KM halten. Es lief sehr gut ich war bester Dinge und hatte bei KM 5 mein Laufshirt schon abgegeben, denn bei der Geschwindigkeit entwickelte ich doch ganz schön Temperatur. Mein neu erworbener Triathloneinteiler hat sich hierbei bestens bewährt.

Bis zur HM Marke ging es dann den einen oder anderen KM leicht bergab und ich konnte meinen Puls gut bei 160 bpm halten und lief dabei teilweise KM Zeiten von 4,06 oder 4,08. Bei KM 20 ging´s dann noch mal ganz gut aufwärts bevor es zum Schluss der ersten Runde ins Messegelände ging. Hier war der Start, das Ziel und damit natürlich auch eine ganze Menge Zuschauer die wie überall auf der Strecke richtig motivierten und ob fachkundig oder nicht wirklich ihr bestes gaben.

Das spornt natürlich an und so war mein KM 21 mit 4,01 min sicher zu schnell. Egal, meine Halbmarathonzeit war mit 1:29:39 um eine Minute schneller als geplant und obwohl meine Taktik 51:49 war hatte ich nun ein kleines Polster für die zweite Runde und hoffentlich nicht zuviel Pulver verschossen. Ich fühlte mich wirklich Top und nachdem ich die letzten 5 Kilometer nur noch an Läufern vorbeizog war ich bester Laune. Doch der eigentliche Lauf ging ja hier erst wirklich los.

Der Gegenwind bei KM 23 – 25 brachte mich etwas ins Grübeln. Entweder hinter einem Läufer Windschatten laufen und etwas Zeit verlieren oder Kraft verschwenden bei böigem Wind direkt von vorne. Für die zweite Möglichkeit habe ich mich dann entschieden, ob sich das nicht rächt? Die Steigung bei KM 26 – 27 war kein Problem, doch langsam machten sich die Kilometer leicht bemerkbar. Das flotte Tempo von bis dahin 14 km/h ist halt nicht ganz ohne.

Viele Zuschauer feuerten uns beim Zick Zack Lauf über das historische Kopfsteinpflaster in der Altstadt an. Hier und an vielen anderen Stellen war richtig was los.

Ab KM 30 war es dann schwer den Schnitt von 4,13 pro KM zu halten. Meine Waden machten sich abwechselnd etwas bemerkbar und es ging noch bis KM 33 leicht aufwärts. Um mit dem Puls nicht zu hoch zu kommen nahm ich die verlorene Zeit in Kauf, es waren immer zwischen 2 und 15 sec, mit dem Hintergedanken das es ab KM 33 wieder leicht abwärts gehen wird und dann kann ich wieder Zeit gutmachen.

Den ersten KM abwärts (KM 33) ließ ich dann locker angehen um mich etwas zu erholen. Mit erstaunen musste ich dann bei den weiteren Kilometern 34 – 37 feststellen das ich trotz ganz leichtem Gefälle und Puls um 164 bpm „nur“ Zeiten von 4,17 pro KM schaffte. Spätestens jetzt war mir klar das ich noch eine gute Portion zulegen muss um mein Traumziel von 2:59:59 Std noch erreichen zu können.

Also probierte ich mein Tempo zu forcieren um die gut 40 sec die ich bis dahin hinter meinem Zeitplan lag noch aufzuholen. Bei KM 38 Gas zu geben war aber leider dann nicht mehr drin, im Gegenteil, jetzt kamen noch zwei Kilometer gegen den Wind und meine Akku´s waren so gut wie leer. 

Nach KM 39 war klar die 3 Stunden Grenze wird heute nicht von mir geknackt. Jetzt hieß es so gut wie möglich durchzuhalten und schön locker zu bleiben. Viele Zuschauer feuerten uns noch an, Sie sahen bestimmt dass es meinen Mitstreitern ähnlich „gut“ ging wie mir. Meine Hoffnung mich vielleicht noch an einen ran hängen zu können der von hinten kommt hat sich leider lange nicht erfüllt und als dann einer kam bei KM 40 (den hatte ich bei KM 35 überholt) konnte ich ihm beim besten Willen nur 200 Meter folgen.

Ab hier war ich dann wirklich ganz alleine mit mir beschäftigt. Zwei Kilometer noch, wie oft bin ich diese Kleinigkeit gelaufen, auf die Zähne beißen, Tempo machen, auf geht’s noch mal alles geben. Einige Zuschauer litten glaub ich mit mir mit und trieben mich ein letztes mal an.

Aber leichter gesagt als getan, der letzte Anstieg vor dem Ziel gab mir dann fast den Rest. Meine KM Zeit war mir jetzt egal(ca. 5 min pro min), ankommen so gut  wie möglich war jetzt meine Devise.

 Die Menge der Zuschauer auf dem Messegelände hatte sich bestimmt zu diesem Zeitpunkt noch mal verdoppelt. Ein riesiger Spalier von vielleicht einem KM feuerte uns hier noch einmal gehörig an, so das ich fast Nicoletta und Joey übersehen hätte. Obwohl ich finito war ließ ich mich doch noch zu einem Zielsprint gegen einen Läufer hinreisen, welchen ich vor 2 KM hinter mir gelassen hatte. Die Zieluhr zeigte 3:02:55 Std. als ich einlief, was für mich eine Nettozeit von 3:02:47 Std. bedeutete.

Nach ein paar Minuten der Erholung bekam ich dann meine Finisher-Medallie überreicht. Beim Verpflegungsstand im Zielbereich,  welcher sich in der Messehalle 3 befand, war zum Glück noch nicht allzu viel los. Hier konnte ich dann das erste Mal den Lauf kurz Revue passieren lassen.

Fazit: Es war ein sehr  guter Lauf, sowohl die Verpflegung als auch die Organisation und vor allem die Zuschauer waren hervorragend. So hab ich die Badener von einer ganz guten Seite kennen gelernt. Von der Witterung her war es bestimmt nicht ganz optimal, der Gegenwind und zwischenzeitlich 10 Minuten Regen wechselten sich bei guten Temperaturen von ungefähr 13 Grad Celsius mit einigem an Sonnenschein ab. Aber das gehört beim Sport im Freien ganz einfach dazu und das macht die ganze Sache ja auch so spannend.

Abgesehen davon hatte ich während der 12 Wochen Vorbereitung nur ein oder zweimal ein solch „gutes“ Wetter.

Bestzeiten läuft man wohl auf anderen Strecken einfacher musste ich Dank der ca. 140 Höhenmeter, dem Kopfsteinpflaster und einigen engen Kurven einsehen. Trotzdem hab ich hier meine Marathonzeit um über 12 Minuten verbessert.

Einige Daten zum Lauf: KM Schnitt 4,20 min Durchschnittsgeschwindigkeit ca 13,9 KM/H

Die nächsten zwei Tage verbrachten wir noch in Freiburg und besichtigten zu Fuß die Altstadt, den Schlossberg, die Bächle und das Münster. Wir kamen zu dem Schluss das Freiburg auf jeden Fall eine Reise wert ist mit der sehr schönen Altstadt, dem angenehmen Flair und den netten Menschen sowie einigen gemütlichen Kneipen und Cafe´s  die wir besuchten.

Bericht von Michael Lutz aus Dinkelsbühl

 

Nun ein paar wichtige Daten, Fakten und Infos zum Lauf:
Freiburg-Marathon 2006 
Strecken: Halbmarathon und Marathon  
Veranstalter: runabout sportmarketing gmbh
Wetter: 13 Grad - heiter - optimales Laufwetter 
Michaels Zeit war 03:02:47     
das entspricht einer Geschwindigkeit von 13,85 km/h.  
das entspricht einer Zeit von 4 Min. 20 sec pro Kilometer
Das ist Platz Nr.88 von 2004 Läufer.(männlich) 
Das ist Platz Nr. 91von 2359 Läufer und Läuferinnen (Gesamtwertung)
Das ist Platz Nr 15 der Altersklasse M 30 von 197 Läufern. 

Michael Lutz kurz vor dem Ziel beim Freiburg-Marathon 2006Lediglich 3 Frauen sind vor Michael ins Ziel marschiert. 

Die schnellste Frau Sandra Kym aus der Schweiz (Laufgruppe Fricktal) kam mit 2:58:27 ins Ziel. 
Also Michael - ich denke, dass Du mit Deiner Leistung sehr zufrieden sein kannst. Unter den ersten 4% (genau 3,86%) dabei zu sein ist wahrlich hervorragend. Auf einem flachen Kurs wie Berlin wärst Du glatte 2:58 bis 2:59:59 gelaufen - da bin ich mir sicher. Das beweist vor allem der hervorragende Platz.  

Hier geht es zur Internetseite Freiburg-Marathon  http://www.marathon-freiburg.de Hier findet man auch die Ergebnisse aller Teilnehmer. 

 

 

  © 2007 Paul Launer
 
 
  Letzte Bearbeitung: 2007-01-01-