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Am Donnerstag, den
11.3.2010 kam Walter von Alaska zurück. Am Abend hat seine
Kerstin eine kleine Überraschungs- und Willkommensparty mit
Freunden und Bekannten für Ihn organisiert.
Babsi und ich waren ebenso mit
von der Party und freuten uns Walter wieder zu
sehen. |
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Walter mit der
"Trophäe" des T-Shirts vom Itidtarod Trail 2010,
welches jeder Teilnehmer erhalten hat.
Informationen über Walter
Hösch und seine sportlichen Aktivitäten kann man nachlesen
auf seiner Internetseite:
http://www.bergundlauf.de/
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| Start beim Iditarod
Rennen 2010 in Alaska - Klicke auf das Bild für eine
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Walter Hösch
unterwegs in Alaska
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| Walter Hösch
unterwegs in Alaska |
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In der Schwäbischen Post bzw.
Gmünder Tagespost aber auch im Schwabenradio wurde von Walters
Abenteuer in Alaska berichtet. Hier die Zusammenfassung und die
Berichte aus der Zeitung von Chefredakteur Werner Röhrich.
Durch Schneesturm und auf Eis
Extremsport: Walter Hösch aus Lindach kehrt
mit beeindruckenden Erlebnissen vom Iditarod Trail aus Alaska
zurück
„Mitten
in der Nacht nur den Kegel der Stirnlampe vor sich zu haben. Unter
dir knirscht’s. Nicht zu wissen, ob du einbrichst. Das war schon
ein komisches Gefühl.“ Walter Hösch aus Lindach hat
erlebnisreiche Eindrücke vom Iditarod Trail, dem härtesten
Winter-Ultramarathon der Welt, mitgebracht.
Werner Röhrich
An fünf Tagen hat er in der Eiswüste Alaskas
336 Kilometer zurückgelegt. Dabei war er zum Teil bis zu 21 Stunden
am Stück unterwegs. „Es
war für mich eine geniale sportliche Herausforderung, zu zeigen,
was man wirklich schaffen kann, wenn man gut vorbereitet ist“,
sagt der 50-Jährige. Die Tatsache, dass er verletzungsbedingt
abbrechen musste und nicht am 560 Kilometer entfernten Ziel
angekommen ist, schmerzt ihn dennoch. Auch Tage, nachdem er jetzt
wieder zuhause ist.
„Ich war körperlich voll
fit. Und wenn mir nicht der Schlitten in den Rücken gestoßen
wäre, hätte ich das Ding durchgezogen“, ist er sich sicher. „Aber
es wäre unverantwortlich gewesen, weiterzulaufen.“
Beim Massenstart der 50 Teilnehmer in
Anchorage war Walter Hösch „sofort
klar, dass es sich tatsächlich um ein Rennen handelt. Die sind
gleich losgerannt wie die Irren. Innerhalb von 50 Metern war ich am
Schluss“, erzählt Hösch. Die minus fünf Grad Celsius waren
beinahe zu warm. Der Schnee weich, der 35 Kilogramm schwere
Schlitten schwer zu ziehen, die Sicht außerhalb der Stadt
schwierig. Der Wind sorgte für Schneeverwehungen und dafür, dass
schon nach wenigen Minuten keine Spur mehr von einem Vordermann zu
sehen waren. Hösch: „Die
Orientierung war sehr schwierig. Mich hat mal ein Italiener
überholt, der drei Stunden in die falsche Richtung gelaufen war.“
Bereits in der ersten Nacht hatte Hösch sein
erstes einschneidendes Erlebnis. Als er an einem See, der zu
überqueren war, zwei Italiener traf, war allen Dreien klar, dass
sie der geringen Eisdecke wohl nicht trauen konnten. Der Erste hat’s
unbeschadet darüber geschafft. Und als Walter Hösch sah, dass der
Zweite eingebrochen ist, war ihm klar, dass er da nicht mehr drüber
gehen konnte und lieber einen Umweg um den See herum in Kauf nehmen
musste.
Was folgte, war ein 60 Kilometer langer
Fußmarsch auf einem sich scheinbar unendlich hinziehenden Fluss. „Ich
habe gedacht, das hört gar nicht mehr auf“, erinnert sich Hösch.
Eisaufwürfe von bis zu drei Metern Höhe und festgefrorene
Baumstämme sorgten für erhebliche Mühen, um den Proviantschlitten
darüber zu ziehen.
„Immer wieder habe ich
frische Elchspuren gesehen“, sagt der Lindacher und gibt offen zu,
dass er vor allem nachts durchaus auch Angst gehabt hat, einem
dieser gefährlichen Angreifer gegenüberzustehen. Auch von Wölfen
und anderen Tieren hat Walter Hösch jede Menge Spuren gesehen.
Einem Tier begegnet ist er nie. „Wahrscheinlich
haben die alle mehr Angst vor Menschen als wir vor ihnen.“
Walter Hösch war in den ersten drei Tagen 208
Kilometer weit gekommen, als es hineinging in die Bergkette der
Alaska Range. Steile Auf- und Abstiege forderten ihm alles ab. „Einmal
habe ich drei Anläufe benötigt, um auf den Knien und auf allen
Vieren mit meinem Pulka auf die nächste Anhöhe zu kommen. Abwärts
hat der Pulka dann mächtig geschoben.“
Die schwierigste Etappe stand ihm jetzt noch
bevor, die Überquerung des Rainy Pass. Inzwischen herrschte starker
Schneefall, der Sturm wurde immer stärker. Vom Pfad war überhaupt
nichts mehr zu sehen. Die Orientierung war nur per GPS möglich.
Zusammen mit vier Italienern und einem Engländer ist Walter Hösch
um Mitternacht aufgebrochen. Anstatt wie geplant um 7.30 Uhr haben
sie erst um 10 Uhr die Passhöhe erreicht. Hösch: „Der
Sturm wurde immer stärker. Die Skistöcke lagen zum Teil waagrecht
in der Luft. Man musste wirklich aufpassen, dass es einen nicht
umgeworfen hat.“
Der 35 Kilometer lange Abstieg durch die
berüchtigte nur zehn bis 50 Meter breite Dalzell-Schlucht dann bot
eine beeindruckende Hochgebirgs-Szenerie mit bis zu 800 Meter hohen
Steilwänden. Der Gebirgsbach in der Mitte musste ein ums andere Mal
überquert werden; über Schneebrücken, die nicht immer gehalten
haben. „Ich bin
immer wieder eingebrochen und habe mich wieder herausgekämpft“,
erzählt der Extremsportler. Eine dieser Schneebrücken ist ihm zum
Verhängnis geworden. Als er eingebrochen und rund drei Meter in die
Tiefe gerutscht ist, ist ihm sein Schlitten von hinten mit Wucht in
den Rücken gefahren. „Ich
habe sofort bemerkt: Jetzt ist irgendetwas passiert.“ Dennoch
kämpfte sich Walter Hösch noch sechs Stunden bis zum nächsten
Checkpoint nach Rone durch, teilweise auf blankem Eis mit
Schneeketten unter den Schuhen.
Dass es für ihn gleichzeitig das Ende seiner
Abenteuerreise sein sollte, wollte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht
glauben. Doch als er nach kurzem Schlaf in einem Trapperzelt wieder
weiter wollte, waren die Schmerzen so stark geworden, dass er
entschied, der Vernunft Vorrang zu geben und nach 336 Kilometern
aufzuhören.
Auch wenn die Enttäuschung über die Aufgabe
noch tief sitzt, sagt Walter Hösch: „Ich
bin froh, dass ich es gemacht habe, weil es ein Traum von mir war.“
Und es war der sportliche Höhepunkt des Bergsteigers und
Kletterers, der vor drei Jahren mit seinem vierwöchigen Lauf von
der Nordsee auf die Zugspitze bereits von sich reden gemacht hat.
Ob er den Iditarod Trail noch einmal in
Angriff nehmen wird? „Das
weiß ich noch nicht“
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Höllische Schmerzen
Extremsport: Walter Hösch muss den Iditarod
Trail beenden
Mit gewaltigen Schmerzen im Lendenbereich hat
Walter Hösch aus Lindach seinen Fußmarsch durch die Eiswüste
Alaskas abgebrochen. 210 Meilen (336 Kilometer) hat er in fünf
Tagen absolviert.
Werner Röhrich
Der Lindacher, der am härtestens
Winter-Ultrarennen der Welt, dem Iditarod Trail, teilnahm hat rund
zwei Drittel der insgesamt 350 Meilen (560 Kilometer) langen Strecke
absolviert. Bei einem Einbruch in einem Gebirgsbach hat er sich eine
Bandscheibenverletzung zugezogen, die ihn dazu zwang, aufzugeben. „Ich
wäre absolut in der Lage gewesen, dies zu schaffen“, ärgert er
sich der Vorsitzende der Bezirksgruppe Ellwangen des Deutschen
Alpenvereins (Sektion Schwaben). Hösch ist mittlerweile wieder in
Anchorage angekommen, von wo aus er in den nächsten Tagen die
Heimreise antreten wird. Von dort aus hat er per E-Mail in ein paar
prägnanten Zeilen seine Eindrücke kurz zusammengefasst:
„Liebe
Freunde, vielen herzlichen Dank an alle, die mir in den letzten
Tagen die Daumen für mein großes Abenteuer gedrückt haben. Es hat
mich sehr gefreut, dass ihr an mich gedacht habt. Leider musste ich
am Samstag aus dem Rennen gehen. Bis dorthin ging es mir wirklich
gut, wenn man das bei solch einem Rennen überhaupt sagen kann.
Konditionell und physisch war ich stark drauf. Ich war nicht bei den
Schnellen, aber immer noch unter dem Zeitlimit.
Vom Start weg ist dieses Rennen wirklich ein
Hammer. Der Hinweis des Veranstalters auf das härteste Winterrennen
der Welt hat meine volle Zustimmung. Die Eindrücke hier sind
gigantisch, nicht nur die landschaftlichen, nein auch die
Eindrücke, die man bei einer solchen extremen Belastung von sich
selbst gewinnt. Am Freitag war der für mich härteste Tag. Um 23.50
Uhr (Donnerstag auf Freitag) bin ich vom Checkpoint Rainy Pass Lodge
aufgebrochen. Das Ziel war Rohn auf der anderen Seite der
Gebirgskette der Alaska Range.
Wir hatten an diesem Tag einen schlimmen
Schneesturm. Nach ca. zehn Stunden erreichte ich mit zwei Italienern
den Passübergang. Der Sturm war zwischenzeitlich so stark, dass die
Skistöcke waagerecht in der Luft lagen. Die Sicht war fast null,
von einem Weg oder Trail überhaupt nichts zu sehen. Dann der
Abstieg auf die andere Seite. Durch eine zum Teil nur zehn Meter
breite Schlucht ging es ca. 30 km bergab. Es hatte mittlerweile 60
cm Neuschnee und an manchen Stellen brach ich trotz Schneeschuhen
bis zu den Hüften im Schnee ein.
Mehrfach eingebrochen
Bei diesem Abstieg musste ein Gebirgsbach
mehrfach überquert werden. Entweder auf Schnee- oder auf
Eisbrücken. Dabei brach ich mehrfach durch und habe mir dabei eine
Verletzung an den Bandscheiben zugezogen. Nach ca. 21 Stunden harter
Arbeit hatte ich die 72 km hinter mich gebracht, allerdings nicht
mehr gesund.
In der Nacht dann höllische Schmerzen. Am
nächsten Morgen wollte ich dann weiter, hatte bereits meinen
Schlitten wieder gepackt, aber die Schmerzen waren immer noch da.
Nach Beratung mit einem Checkpointmitarbeiter war es vernünftiger,
die Sache hier zu beenden. Die nächsten 120 km wäre ich wieder
völlig auf mich gestellt gewesen, eine Rettung auch nicht möglich.
Von Rohn konnte ich wenigstens mit dem Buschflieger ausgeflogen
werden.
Es war eine sehr harte Entscheidung, hier
auszusteigen, die ich momentan auch noch nicht verarbeitet habe und
die mir sehr weh getan hat. Zwischenzeitlich bin ich wieder in
Anchorage und kann mich hier erholen.“
© Schwäbische Post 08.03.2010
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Sogar die Betten sind größer
Extremsport: Walter Hösch aus Lindach ist
unterwegs beim Iditarod Trail in Alaska / Kein Kontakt zur
Außenwelt
Die ersten acht Biker waren gestern Abend am
Checkpoint Yentna Station durch. Von den Läufern des 350-Meilenlauf
beim Iditarod Trail hingegen noch keine Spur.
WERNER RÖHRICH
Walter Hösch ist seit Sonntag unterwegs beim
härtesten Winter-Ultrarennen der Welt in Alaska. „Meine
Pulkatasche ist fertig gepackt. Um 11 Uhr kommt der Bus und bringt
uns Teilnehmer zum Start Knik. Ich bin jetzt schon aufgeregt, freue
mich aber auch, dass es nun losgeht.“ Das waren die letzten
Zeilen, die der 50-jährige Lindacher seiner Frau vor dem Start aus
Anchorage gemailt hat. „Ich
habe anschließend noch einmal kurz mit ihm telefoniert“, sagt
Kerstin Hösch. In den nächsten zehn Tagen wird sie keinen Kontakt
zu ihrem Mann haben.
Zusammen mit 49 weiteren ausgesuchten
Teilnehmern hat sich Walter Hösch einen Traum erfüllt und ist
aufgebrochen zu einem 560-Kilometer langen Fußmarsch durch die
Eiswüste Alaskas. Alles was er in diesen zehn Tagen zum Überleben
braucht, zieht er in einem rund 35 Kilogramm schweren Pulka
(Schlitten) hinter sich her. Die Internetseite des Eventanbieters
Alaska Ultra Sport ist die einzige Informationsquelle für die
Außenwelt. Dort werden täglich die Teilnehmer veröffentlicht, die
eine der sieben Checkpoints passiert haben (http://www.alaskaultrasport.com/results.html).
Walter Hösch ist am Freitag „erschöpft,
aber gut“ in Anchorage angekommen. „Die Stadt Anchorage liegt
vor einem tollen Bergpanorama“, schrieb er seiner Frau am
Wochenende. „Hier ist man für die Bevölkerung schon ein Held,
wenn man bei diesem Rennen als Starter dabei ist.“ Es sei alles
„etwas größer als bei uns, selbst die Betten und das
Hotelzimmer.“ Mit dem Sport und der Bewegung, glaubt Hösch, haben
es die Amerikaner allerdings nicht so. „Auf
dem Gehsteig ist man völlig allein unterwegs. Jeder fährt mit dem
Auto. Hier geht wirklich kein Mensch. Deshalb werden auch die
Gehwege nicht geräumt.“ Das mit dem Alleinsein hat sich seit
Sonntag verschärft, seit Walter Hösch sich aufgemacht hat in die
eisigen Weiten Alaskas.
© Schwäbische Post 01.03.2010
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Ich bin dann mal weg
Extremsport: Walter Hösch auf dem Weg zum
Iditarod Trail nach Alaska / Lufthansa-Streik hätte ihn fast
ausgebremst
Monatelang hat sich Walter Hösch auf seinen
560-KilomterMarsch durch die Eiswüste Alaskas vorbereitet. Und dann
streikt die Lufthansa. „Da
bin ich doch noch ordentlich ins Schwitzen gekommen“, berichtet
der Lindacher.
WERNER RÖHRICH
Das war vor zwei Tagen. Jetzt ist er weg. Am
Dienstag um 8.10 Uhr hat die Maschine der United Airlines, die ihm
sein Reisebüro in letzter Sekunde noch besorgen konnte am
Frankfurter Flughafen abgehoben. Der Schreck war groß, als Hösch
am Freitag erfahren hatte, dass sein für Dienstag geplanter Flug
nach Anchorage vom Lufthansa-Streik betroffen und annulliert wurde.
Diese Hürde zumindest hat Hösch genommen.
Über Chicago, wo am Abend die erste von zwei
Zwischenlandungen (Chicago, Seattle) angesagt war. Dann sind’s nur
noch ein paar Stunden bis Anchorage, wo Walter Hösch am Sonntag
zusammen mit 49 weiteren Teilnehmern aus der ganzen Welt zum
Iditarod-Trail, dem härtestens Winterrennen der Welt, aufbrechen
will. Innerhalb von zehn Tagen werden sich die Männer und Frauen
völlig allein auf sich gestellt 560 Kilometer durch die eisige
Wildnis Alaskas kämpfen, bei Temperaturen zwischen minus 20 und
minus 40 Grad Celsius.
Akribisch hat sich der 50-Jährige, der in
Schwäbisch Gmünd-Lindach wohnt und Vorsitzender der Bezirksgruppe
Ellwangen des Deutschen Alpenvereins (Sektion Schwaben) ist, auf
sein Abenteuer vorbereitet und seit Monaten hunderte von
Trainingskilometer „in
Begleitung“ seines ca. 35 Kilogramm schweren Zugschlittens (Pulka)
abgespult.
Doch der Lufthansa-Streik war nicht die
einzige Hiobsbotschaft, die Hösch in den Tagen vor dem Abflug
erreichte. Vor rund vier Wochen schon hatte er Ersatzverpflegung und
ergänzende Kleinteile auf die Reise geschickt, die er in zwei
Depots entlang der Strecke lagern wollte. Per E-Mail wurde er vor
wenigen Tagen vom Veranstalter informiert, dass das Paket mit den
beiden Taschen nicht angekommen sind und deshalb nicht mit den
Depottaschen der anderen Teilnehmer an die entsprechenden
Checkpoints gebracht werden konnten. „Der
Vorteil“, erklärt Hösch, „wäre
gewesen, dass ich nicht die gesamten Verbrauchsgüter vom Start weg
hätte mitführen müssen.“ Was eine gewaltige Gewichtsersparnis
bedeutet hätte. Darunter waren auch dringend notwendige
Spezialbatterien, die Temperaturen von minus 30 Grad Celsius
standhalten.
Jetzt hat er solche Vorräte, –
von denen er gottseidank noch ausreichend zuhause gebunkert hatte
– noch einmal verpackt und hat gehofft, „dass ich am Zoll damit
nicht noch Schwierigkeiten bekomme.“ Sonst hätte er in Anchorage
noch zwei Tage Zeit gehabt, um sich das Notwendige zu besorgen. „Diese
Schwierigkeiten sind ihm erspart geblieben“, wusste seine Frau
Kerstin. Im Gegenteil, als er dem Zollbeamten erklärte, dass er am
Iditarod Trail teilnimmt, hat dieser gestrahlt und ihn ohne
größere Komplikationen durchgewunken. Von seinen Freunden hat er
sich in einer E-Mail mit den Worten verabschiedet: „Ich
bin dann mal weg.“
„Er
brennt wahnsinnig darauf, dass es endlich losgeht,“ sagt Kerstin
Hösch. Der Startschuss fällt am Sonntag, 14 Uhr Ortszeit (die
Zeitverschiebung beträgt neun Stunden. Das heißt, in Deutschland
ist es dann schon 23 Uhr).
Die Wetterprognosen sind übrigens alles
andere als erbaulich. Momentan herrschen in Anchorage für diese
Jahreszeit eher milde Temperaturen um den Gefrierpunkt. Aber für
die nächsten zehn Tage ist Schneefall angesagt.
© Schwäbische Post 23.02.2010
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Auf den Spuren der Goldgräber Alaskas
Iditarod Trail: Es ist das längste
Winter-Ultrarennen der Welt. Der Iditarod Trail führt über 1100
Meilen (1760 km) auf dem berühmten Iditarod-Schlittenhundepfad von
Anchorage nach Nome. Der Start für die Läufer, Skilangläufer und
Mountainbiker ist eine Woche vor dem als härtestem
Schlittenhunderennen der Welt bekannten Iditarod-Rennen. Die
350-Meilen-Strecke bis McGrath ist Teil dieses Rennens. Um die Wende
des vorigen Jahrhunderts waren Teile des Iditarod Trails
Schlittenhundepfade und Trapperrouten während des Goldrauschs.
Die Teilnehmer des Rennens sind alleine auf
sich gestellt. Der Kurs ist nicht markiert, da Orientierung (per
GPS) ein Teil des Wettkampfes ist.
Rettung ist für die Teilnehmer nur per
Schneemobil oder Ski-Buschflieger möglich, und nur, wenn das Wetter
mitspielt.
Die Extremsportler begegnen Wölfen, Bisons
und mitunter angriffslustigen Elchen. Und sie müssen sich auf
heftige Schneestürme einstellen.
Walter Hösch muss sieben Checkpoints
ansteuern. Die Organsitoren halten Interessenten wärend des Rennens
täglich per Internet-Blog auf dem Laufenden, wer welchen Checkpoint
passiert hat (http://www.alaskaultrasport.com/latest_news.html).
© Schwäbische Post 23.02.2010
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In der eisigen Wildnis Alaskas
Extremsportler Walter Hösch nimmt am
Iditarod-Trail, dem härtesten Winter-Rennen der Welt, teil
Ob es ihm mulmig ist vor Wölfen, Elchen und
Bisons? Kann schon sein. Doch das sind nicht die einzigen Gefahren,
denen sich Ellwangens Bezirksgruppenvorsitzender des Deutschen
Alpenvereins, Walter Hösch, beim Iditarod Trail aussetzen wird. Bei
seinem Fußmarsch durch die eisigen Weiten Alaskas wird er ganz
allein auf sich gestellt sein. 560 Kilometer in nur zehn Tagen sind
zu bewältigen.
WERNER RÖHRICH
Walter Hösch aus Lindach und Michael Odenwald
aus Lüdenscheid sind nach den beiden Skilangläufern des Jahres
2003 die ersten Deutschen, die einen Startplatz für den Fußmarsch
erhalten haben. Als die Zusage per E-Mail am 17. April vergangenen
Jahres auf seinem Laptop erschien, hat Walter Hösch Freudensprünge
gemacht. „Insgeheim
gehofft habe ich es natürlich, obwohl die Chance relativ gering war“,
sagt er. Der Iditarod-Trail zählt zu den härtesten Rennen der
Welt. Jährlich werden dazu weltweit nur 50 Teilnehmer zugelassen.
Die Anforderungen ähneln einem Überlebenskampf. Nur knapp mehr als
die Hälfte sind bisher jährlich im Ziel angekommen. Das wird auch
in diesem Jahr so sein, vermutet Walter Hösch und hofft, dass er es
schaffen wird. Auf den Spuren der Goldgräber von einst geht es 350
Meilen (560 km) von Anchorage nach McGrath – in maximal zehn
Tagen. „Ich hoffe,
dass ich es in acht Tagen schaffen werde“, sagt der 50-jährige
Extremsportler aus Lindach, der sich allein mit der Teilnahme einen
Traum erfüllen wird.
Akribisch hat er sich auf seinen langen
Fußmarsch durch die eisige Wildnis Alaskas vorbereitet. Was ihn
erwartet, sind Tage in völliger Einsamkeit, stets allein auf sich
gestellt („Da
funktioniert nicht mal ein Handy“) und bei Temperturen zwischen
minus 20 und minus 40 Grad Celsius.
Da geht es alles andere als nur darum, gut zu
Fuß zu sein. 80 Kilometer am Tag, so sein Plan, will er
durchschnittlich schaffen, um in der vorgegebenen Frist ins Ziel zu
kommen. Dann wären sogar noch zwei Tage Puffer drin. Täglich 16
Stunden reine Gehzeit hat er eingeplant, vier Stunden für kleinere
Pausen und vier Stunden Schlaf.
In einer Pulka, einem Spezialschlitten, den er
hinter sich herzieht, befindet sich die komplette Ausrüstung, die
ihm das Überleben sichern soll (Schlafsack, Kocher, Biwaksack,
Kleidung, Ersatzschuhe, Lebensmittel, Isomatte, Thermosflaschen
etc.). 30 Kilogramm wiegt das Ganze. Ein Gewicht, das Walter Hösch
deshalb schon seit Monaten bei seinen Trainingsläufen mit sich
herumschleppt. Zunächst in Form eines umgebauten Fahrradanhängers,
momentan im Original als Schlitten. Bei seinen Läufen und Märschen
über die Schwäbische Alb sorgt er damit immer wieder für
Verwunderung und Aufsehen. „Es
war anfangs gar nicht so einfach, damit schnell laufen zu können.
Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt,“ sagt er.
Seine Frau Kerstin ist Sportwissenschaftlerin
und hat den Trainingsplan erstellt. Das Pensum ist ordentlich. 150
bis 200 Kilometer pro Woche –
natürlich in Originalmontur und mit Gepäck –
sind seit November Standard. Hin und wieder darf es auch ein
bisschen mehr sein. Zum Beispiel bei seinem Dreitagesmarsch von
Schwäbisch Gmünd über Göppingen, Kirchheim, Bad Urach nach
Münsingen, wo dann noch der ehemalige Truppenübungsplatz einige
Male durchquert wurde. Übernachtet wurde natürlich in freier
Natur. Bei Minusgraden, versteht sich. Seine langjährige Erfahrung
als Bergsteiger und Fachübungsleiter Hochtouren beim Deutschen
Alpenverein kommt Hösch dabei zugute.
Die Utensilien fürs Biwakieren in Schnee und
Eis gehören schon lange zur Ausrüstung des begeisterten
Bergsteigers. Die Bedingungen, die ihn an der Gebirgskette der
Alaska Range erwarten, überbieten aber alles für ihn bisher
Dagewesene. „Ich
muss beim Laufen darauf achten, dass ich möglichst nicht schwitze,“
sagt er. Denn der Schweiß würde sofort gefrieren – auch in der
Kleidung. Um solcherart nach außen dringende Nässe zu vermeiden,
hat er sich einiges einfallen lassen. So hat er nicht nur seinen
Schlafsack mit einer Plastikfolie (als „Dampfsperre“)
ausgestattet. Das selbe Prinzip wendet er auch bei seinen Schuhen
und Handschuhen an. Will heißen: Walter Hösch zieht sich über ein
paar Socken jeweils einen kleinen Plastiksack und dann nochmals ein
paar Socken darüber. „Nach
einer Weile saftelt das beim Gehen ganz schön,“ verrät er
schmunzelnd.
Wer ständig in Bewegung ist, hat auch einen
ordentlichen Kalorienverbrauch. Und der ist bei Kälte in der Regel
noch höher als für gewöhnlich. Bis zu 10 000 Kalorien verbrauchen
die Teilnehmern täglich. Das ist Hochleistungssport pur. Hösch: „Da
bist Du ständig am Essen.“ Doch was gibt es, an dem man sich in
dieser Kälte nicht die Zähne ausbeißt? Walter Hösch hat sich
durch fast alle Müsliriegel und Schokoladetafeln gevespert, die er
bekommen konnte. Zuerst hat er sie allerdings ein paar Tage bei
minus 18 Grad in die Gefriertruhe gelegt. Nur einen einzigen
Schokoriegel hat er dabei gefunden, der in der Gefriertruhe nicht
hart geworden ist. Damit hat er sich jetzt nebst selbst gemischtem
Müsli, getrockneten Bananenchips und gefriergetrockneter
Expeditionsnahrung reichlich eingedeckt.
Kontaktlinsen in Gefriertruhe
Den Härtetest in der heimischen Gefriertruhe
nicht überstanden haben allerdings seine Kontaktlinsen. „Die
sind trüb geworden.“ Auf die Brille – die beim Atmen mitunter
beschlägt – wird
Walter Hösch deshalb nicht verzichten können.
Inzwischen kann er es auch gar nicht mehr
erwarten. „Von
mir aus könnt’s losgehen“, sagt er. Der Flieger nach Anchorage
hebt am 23. Februar ab. Am Sonntag, 28. Februar, nachmittags um 14
Uhr fällt der Startschuss.
Walter Hösch hat 2007 mit seinem Lauf vom
niedrigsten Punkt bis zum höchsten Punkt Deutschlands (Nordsee -
Zugspitze) für Beachtung gesorgt, absolvierte zusammen mit seiner
Frau Kerstin den alpinen Weltwanderweg von München nach Venedig in
28 Tagen und hat als Bergsteiger unter anderem an Expeditionen zum
Mt. McKinley (höchster Berg Nordamerikas mit 6194 m) sowie zu den
Vulkanen Südperus teilgenommen. Seit 2008 ist er Vorsitzender der
Bezirksgruppe Ellwangen des Deutschen Alpenvereins (Sektion
Schwaben). Im Beruf ist Walter Hösch Gerichtsvollzieher.
© Schwäbische Post 01.02.2010
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