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          Wettkampfbericht von Bruno Braun vom Vasalauf 2008

 

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Wettkampfbericht
Bruno Braun aus
Ottoberg in der Schweiz






















Hier geht es zur Trainingsreise zum Skiopening in Leutasch vom 12.12.-14.12.2008 
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Vasalauf - Vasaloppet 2008 - Sonntag, 02. März 2008 
Bruno Braun aus der Schweiz - bestens dabei! 

Bruno Braun aus Ottoberg in der Schweiz finishte sehr erfolgreich beim Vasalauf 2008 in Schweden. 

Lieber Bruno - ich gratuliere Dir zu dieser tollen Leistung und ziehe wie so oft wieder einmal meinen Hut! Wenn ich an das Langlaufopening von Leutasch denke, wo ich mit Dir mal 17 Kilometer klassisch gefahren bin und mir hinterher alles weh getan hat, dann muss ich schon sagen, Du bist ein echter Schweizer Kämpfer. Wer 90 Kilometer so durchzieht wie Du - der macht das mit Technik und Köpfchen. 
Gruss Paul


Hier nun sein Wettkampfbericht: 

Bruno Braun 

Vasaloppet 2008 

Die Verhältnisse waren dieses Jahr auf Grund von Plusgraden eher langsam. Das beweist auch der Zeitvergleich mit 2005, als der Sieger 22 Minuten schneller war als in diesem Jahr. Dass ich bis auf wenige Sekunden dieselbe Zeit laufen konnte wie 2005, zeigt mir, dass ich so langsam auch wieder nicht gelaufen bin. Das zeigt sich vor allem rangmässig, war ich doch 2005 in den 92xx und 2008 als 7513 rangiert.

Das Wetter um 08.00 Uhr am Start war wachstechnisch gesehen problematisch, es hatte bei rund Null Grad geschneit. Jeder versierte Langläufer weiss, dass bei Plusgraden tendenziell Klister angesagt ist, derselbe den Neuschnee jedoch pappt. Also ist maximales Wachs knowhow gefragt, damit ein möglichst optimaler Ski präpariert werden kann. Unterwegs wird es immer wieder nötig sein, die Abstosszonen nachzuwachsen, bei mir viermal. Den ganzen Tag über war der Himmel bedeckt und so zwischen 0 und 5 Grad plus.

Die Loipe, wenn man der noch so sagen konnte, war grösstenteils zertrampelt vom regelmässigen Spurenwechsel der Vorläufer.  Die Ausfallquote mit über 25% ist auch ziemlich hoch. Da hört man von Startern aus dem 10. Block, dass sie bereits in Sälen nach 10.5 km aus dem Rennen genommen worden sind, da sie die Zeitlimite infolge Warten an der ersten Steigung nicht einhalten konnten. Von 13.745 Startern sind 10.192 Personen rangiert worden. Über 3.500 Langläufer mussten eine herbe Enttäuschung akzeptieren, nicht wenige davon unverschuldet. Und das tut gerade Sportlern weh, die für diesen Lauf eine lange Reise auf sich genommen und bestimmt dafür intensiv trainiert hatten.  

Das Höhenprofil scheint auf den ersten Blick recht einfach zu sein. Man bekommt den Eindruck, die Strecke sei mehrheitlich abfallend. Dieser Eindruck täuscht, denn gemäss meiner Pulsuhr bin ich 1.027 Höhenmeter runter gefahren und 792 Höhenmeter gestiegen. 

Das Startkonzept ist schwer verbesserungsfähig. Man trägt wohl einen Chip, trotzdem wird die Bruttozeitmessung angewendet und die Startblöcke werden auch nicht in Zeitintervallen sondern alle auf einmal gestartet. Sonderbar: man stelle sich vor, am Start eines 90 km Langlaufes zu stehen und für die ersten 2 km gut eine Stunde und für die ersten 10 km 1  Stunde und 45 Minuten zu brauchen. Das kommt daher, weil alle rund 13.500 Starter in den 10 Startblöcken gemeinsam starten und nach rund 500 m ein 4 km langer Anstieg beginnt. Kein Wunder also, dass sich ein Rückstau bildet der die hinteren Startgruppen extrem benachteiligt. 



Leider sind am Vasaloppet zunehmend Sportler mit kräftigen Oberarmen und starker Bauchmuskulatur bevorteilt, da bei flachen, leicht abfallenden oder ansteigenden Strecken der Doppelstock eingesetzt wird. Klassisches Langlaufen, so wie man sich das von früher her gewohnt ist, ist heutzutage kaum mehr gefragt. 

Meine persönlichen Erlebnisse

Cathleen hat mich an den Start begleitet und mit mir die Vorfreude geteilt. Sie hat dann an der ersten Steigung die tollen Fotos geschossen, die einen guten Eindruck des Startprozederes vermitteln. Die Anspannung vor dem Start war nicht mehr die wie 2005, da ich in etwa ja wusste was mich im Laufe des Tages erwarten wird.  


Nach den ersten – vor allem im Kopf mühsamen - 4-5 km kommt langsam Schwung in die Bewegung und ich stelle erfreut fest, dass meine Skis gut gewachst sind. Mehrheitlich im Doppelstock muss ich ganze Gruppen von Leuten überhohlen, was auch nicht einfach ist, da wie gesagt die Spuren mehrheitlich schon zertreten sind und man dann halt ein bisschen Slalom fährt. 

Da werde ich nach rund 28 km unvermittelt in einen Sturz verwickelt, weitere 3 Stürze sollten noch dazukommen. In einer schnellen Abfahrt stürzt rund 2 Meter vor mir ein Teilnehmer, dem ich nicht mehr ausweichen kann und ungebremst in ihn hineinfahre. Mich hat es so richtig ‚gekübelt’ und ich brauchte einige Zeit, bis ich alle meine Sachen wieder geordnet hatte und ich für die Weiterfahrt bereit war. In der Folge schmerzt mich der linke Oberarm beim Stockeinsatz. Ein Unglück kommt offenbar selten alleine, weshalb ich nach Risberg, nach rund 45 km und etwa bei Streckenhälfte, nachwachste und anschliessend auf ein netzartiges Gewebe gestanden bin. Lange Zeit dachte ich, der Ski würde deshalb zäher laufen weil ich das Wachs nicht verstrichen hatte. In dieser Phase hatten mich 100erte von Leuten überholt, und ich hatte mich über 30 km damit gequält, dabei gerade noch in einer Phase wo es mehrheitlich bergab ging oder flach gewesen ist. Mir hatte es in Eversberg nicht gedämmert den Ski zu kontrollieren, erst in Oxberg, nach weiteren 15 zähen km, hatte ich den Ski geprüft und das Malheur festgestellt. Mit einem Spachtel hatte dann ein Servicemann das rund 20 cm lange Netzt weggekratzt, ich musste rund 15 Minuten aufs Weiterlaufen warten. 



Fazit

Das Naturerlebnis im schwedischen Winter ist eine Reise wert. Die zahlreichen Helfer nehmen sich viel Mühe und helfen wo sie können. 

Tut mir leid, dass meine Erfahrungen mehrheitlich negativ sind, aber das muss auch einmal gesagt sein. Der Mythos Vasaloppet bröckelt, auch wenn die Startplätze immer noch relativ schnell ausverkauft sind. Von vielen der  jungen Teilnehmer ist zu hören, dass sie am Vasaloppet maximal zweimal teilnehmen, nämlich das erste und das letzte Mal. Der Spassfaktor kommt nämlich zunehmend zu kurz. Organisatorische Verbesserungen für eine moderne Sportveranstaltung sind dringend notwendig. Jeder Dorftriathlon bis zum Zürich Ironman oder der Swiss Alpine Marathon sind besser organisiert, weil man sich neuen Trends nicht verschliesst.  


Jetzt hoffe ich einfach, dass Paul meinen Text nicht zensuriert sondern meine Meinung mal so stehen lässt. Sollten andere Sportler gegenteilige Erfahrungen gemacht haben, dann bietet Hobbylauf.de bestimmt die Plattform zum Meinungsaustausch.      

Kommentar von hobbylauf.de - Paul Launer: Lieber Bruno - nie würde ich mir erlauben, Dich zu zensieren. Der Bericht ist doch topp. Ich würde mich sehr freuen, wenn weitere Bericht
e von anderen Athleten folgen.

Für den Interessierten hier noch eine spezielle Auswertung:

Rang

 

2005

 

2008

 

2007

Seeding for 2008

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Feld

Zeit

Rang

1

 

03:51:47

 

04:13:45

00:21:58

9.5%

 

04:43:40

00:51:53

22.4%

 

 

 

100

 

04:14:19

 

04:41:28

00:27:09

10.7%

 

04:48:44

00:34:25

13.5%

Elite

4.5

150

500

 

04:44:17

 

05:06:17

00:22:00

7.7%

 

05:07:35

00:23:18

8.2%

1

5.07

500

1000

 

05:05:26

 

05:26:46

00:21:20

7.0%

 

05:29:13

00:23:47

7.8%

2

5.29

1000 

2000

 

05:53:50

 

06:06:45

00:12:55

3.7%

 

06:04:16

00:10:26

2.9%

3

6.04

2000

3000

 

05:59:11

 

06:34:58

00:35:47

10.0%

 

06:35:20

00:36:09

10.1%

4

6.42

3200

4000

 

06:25:21

 

07:02:55

00:37:34

9.7%

 

07:05:44

00:40:23

10.5%

5

7.21

4400

5000

 

06:51:18

 

07:36:46

00:45:28

11.1%

 

07:40:47

00:49:29

12.0%

6

8.03

5600

6000

 

07:18:03

 

08:11:05

00:53:02

12.1%

 

08:19:48

01:01:45

14.1%

 

 

 

7000

 

07:45:05

 

08:41:51

00:56:46

12.2%

 

08:58:54

01:13:49

15.9%

7

8.5

6800 

7513

 

08:00:44

 

09:03:33

01:02:49

13.1%

 

09:21:48

01:21:04

16.9%

 

 

 

8000

 

08:15:43

 

09:27:00

01:11:17

14.4%

 

09:41:12

01:25:29

17.2%

8

9.55

8400 

9000

 

08:47:48

 

10:13:19

01:25:31

16.2%

 

10:18:14

01:30:26

17.1%

 

 

 

9294

 

08:59:49

 

10:26:01

01:26:12

16.0%

 

10:53:21

01:53:32

21.0%

 

 

 

10000

 

09:29:06

 

11:02:37

01:33:31

16.4%

 

11:16:08

01:47:02

18.8%

9

11.16

10000 

 

 

11:45:10

 

11:47:35

00:02:25

0.3%

 

11:53:23

00:08:13

1.2%

 

 

 

 

 

11411

 

10192

 

 

 

10179

 

 

 

 

 

 

Dass ich am Vasaloppet in einer zu hinteren Startgruppe eingeteilt worden bin, hat sich eine Woche später beim Engadin Skimarathon (ESM) bestätigt. Verglichen mit einem Sportlerkollegen kann nachgewiesen werden, dass Leute die über ein Reisebüro buchen, eine bessere Startgruppe zugeteilt erhalten. Ein Sportskollege hat wie ich sowohl am Vasaloppet eine Woche später am ESM teilgenommen, wo die Verhältnisse für Beide absolut identisch waren.

                    Vasaloppet 08                       ESM 08

                    Startgruppe      Zeit               Startgruppe       Zeit

Karl                       4           6.41.05               3                     2.32.14

Bruno                    8           9.03.33               3                     2.14.16

Es gibt wohl keinen sportlichen Grund, mich in Gruppe 8 einzuteilen, wenn Sportler mit demselben Leistungsvermögen in Gruppe 4 eingeteilt werden. Aber, die Schweden sind halt schlaue Geschäftsleute. Mir hat’s für eine bessere Startgruppe nicht geholfen, wenn ich Zeiten aus Ironmans, Swiss Alpine oder Inline Langdistanzrennen nachwies. Allein was zählt sind Zeiten aus Langlaufwettbewerben( von den letzten 2 Jahren). Als ich beim Vasaloppet nach einer Stunde bei km 2 vorbeikam, passierte Karl bereits die erste Zeitmessung bei km 10.5, und als ich bei km 10.5 war, war er schon bei km 23.7.

 

  © 2008 Paul Launer
 
 
  Letzte Bearbeitung: 2008-03-11