Hier
sein Wettkampfbericht:
Lieber Bruno - ich
gratuliere Dir zu dieser tollen Leistung und ziehe
meinen Hut! Ich hoffe, dass wir 2 mal wieder einen
schönen Ironman miteinander machen dürfen. Klagenfurt
wäre da vielleicht gar nicht mal so schlecht.....
Gruss Paul
Bruno
Braun
berichtet vom Ironman
Switzerland in Zürich 2007
Da
Paul nach unserem gemeinsamen BodenseeChallenge 06
seiner Barbara hoch und heilig versprochen hatte, 2007
keinen LD zu bestreiten, wollte ich ihn mit einer frühen
Ankündigung nicht unnötigerweise nervös machen, ihn
so quasi ‚anfixen’. Also am Besten nichts sagen und
so tun als ob nichts im Köcher wäre.
Im
Vergleich zum Vorjahr hatte ich mit total 245 Stunden
rund 50 Stunden weniger trainiert. Da habe ich die ganze
Sache nicht mehr soo ernst genommen wie noch vor einem
Jahr. Schwimmen konnte ich in der Zwischenzeit ja
einigermassen, und ein grösserer Zeitaufwand hätte
meine Schwimmzeit auch nicht wesentlich verkürzt. Das
Schwimmen im Zürichsee war bis auf den regelmässigen
(zu engen) Körperkontakt total schön und locker, ich
habe es trotz mehrerer Schläge sehr genossen. 1.19.09
war dann mein überraschender Schwimmsplit.
Das
Radfahren ist und bleibt offensichtlich meine
Achillesverse. Auch hier zeitlich weniger, dafür
intensiver trainiert. Aber von radspezifischer Kraft ist
bei mir weit und breit nichts vorhanden. Was mich Horden
von Leuten überholt haben! Da hatte eine Amerikanerin,
wie sie mich am Berg überholte, Erbarmen mit mir und so
locker gemeint: ‚Well, see it that way: we quys are
all very poor swimmers, not like you!
Wenn ich das bloss hätte annehmen
können! Die 60km Radstrecke mit über 400 Höhenmetern
ist traumhaft schön angelegt, einzig der flache Teil um
das Seebecken verlangt ein bisschen Geduld. Doch sonst,
hoppla! Da geht’s, nur knapp 15 km ausserhalb Zürichs,
rund 240 Höhenmeter hoch. Nicht vergebens nennen die
Veranstalter diesen Streckenteil ‚the beauty and the
beast’. Die Aussicht auf den Zürichsee und die
Innerschweizer und Bündner Berge, einfach smashing!
Dann kurz runter und dann ein lang gezogener Aufstieg
von Egg auf die Forch hoch, bevor es dann wieder scharf
und kurz an den Zürichsee runter geht. Ich selber
erreiche eine Höchstgeschwindigkeit von über 60 km/h,
die schnelleren sicher gegen 80 oder 90! Immer wieder
sehe ich Namenschilder mit BRUNO geschrieben, dann
welche mit LEON (unserem Hund) Mann, macht das Freude!
Der liebe Stefan hat sich die Mühe gemacht und auf
Teilen der Radstrecke meinen Namen geschrieben! Dann
wieder auf die andere Seeseite zur Wechsezone, doch
bevor die zweite Runde gefahren wird, geht’s bei
Kilchberg (bei der bekannten Schokoladenfabrik Lindt
& Sprüngli vorbei, ich hätte am Sonntag übrigens
28 Tafeln Schokolade essen können, so hat ein
Journalist den Energiebedarf ausgerechnet) den
Heartbreak Hill hoch. Auch hier, wie an der Tour de
France in den Bergetappen, mein Name in x-facher Ausführung
auf die Strasse gepinselt. Andere Athleten sprechen mich
darauf an und denken, ich müsste ein bekannter Athlet
sein. Sorry, habe nur Freunde die wissen was sich im
Radsport halt so gehört! Also geht’s dann nach 2.02
Stunden auf die zweite und nach 4.11 auf die dritte
Radrunde. Auf der dritten muss ich schon ein bisschen kämpfen,
aber im Gesamten ist es ein kurzweiliger Radausflug.
Ohne nennenswerte Magenprobleme komme ich nach 6.29 in
die Wechselzone und schlüpfe in meine Laufschuhe.
Super,
wie das läuft! Ich habe ein richtiges Hochgefühl auf
der ersten von vier Laufrunden um das Seebecken. Die
Zuschauer zeigen ihre Freude wenn sie technisch schön
laufende Athleten sehen und sagen: ‚Du siehst super
aus, Du läufst total locker, hopp Bruno, weiter so! Das
gibt Kraft. Die erste Runde laufe ich in gut 55 Minuten,
ohne mich wirklich anzustrengen. Ist ja auch klar, dass
es einmal anders kommen muss, und so beginnt das körperliche
Wellental. Einmal fühlt man sich sehr schlecht, bald
wieder sehr gut, und so nimmt man hier ein Gel mit
Wasser, da eine Cola mit Wasser, dort ein paar
Salzstengel oder Datteln. Die Verpflegung ist super
organisiert und macht mir das regelmässige Verpflegen
nicht einfacher, da immer wieder (und für meine
Begriffe zu schnell) Verpflegungsposten stehen. Ab und
zu unterstützen mich Arbeitskollegen, Freunde und auch
Fremde, die einfach meinen Namen auf der Startnummer
lesen. Die zweite Runde laufe ich in 1.03, die dritte in
1.04 und bei der vierten saufe ich mit 1.12 deutlich ab.
Jetzt rächt sich, dass ich nur knapp 750 km gelaufen
bin, die Grundlagenausdauer verlangt ihren Preis, doch
ich habe kein Kleingeld, keine Kreditkarte, nichts
Dergleichen dabei um meine Schuld bezahlen zu können.
OK, akzeptieren und trotzdem geniessen, das ist und
bleibt mein Credo bei allen Sportanlässen. So laufe ich
schliesslich mit 4.15.04 und mit einer Gesamtzeit von
12.10.50 total glücklich in den Zieleinlauf ein.
Jetzt
darf Paul ganz offiziell an einen LD für 2008 denken.
Ich habe gehört, dass Klagenfurt landschaftlich einen
ganz tollen Ironman organisiert. Paul, bist Du 2008 mit
dabei?
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Gesamtrang
Rang AK 50
Schwimmen
1.19.09
1066
34
Radfahren
6.29.40
1260
58
Laufen
4.15.04
659
24
Wechsel
6.56
Total
12.10.50
946
35
Ein
paar Worte zur Organisation
Landiwiese:
feierliche Stimmung, die einem Ironman in jeder Weise
gerecht wird, professionelle Organisation, sehr
freundliche Helfer
Schwimmen:
Die Schwimmstrecke geht über zwei Runden. Der Weg zu
den Aussenbojen ist für Brillenträger ein Blindflug. Wäre
gut, wenn mehrere kleine Bojen als Markierung gesetzt würden,
zudem mehr Kajaks einsetzen. Der Zürichsee wäre ja
gross genug, dass nur eine Runde geschwommen werden könnte.
(am BodenseeChallengene in Rorschach ist das super gelöst)
Die Rempeleien müssten nicht sein. Das Wasser war
angenehm warm und sehr klar.
Rad:
Die Strecke mit 3 saftigen Anstiegen und rund 1440 Höhenmetern
ist nicht zu unterschätzen, landschaftlich total schön.
Laufen:
Als guter Läufer überholt man ständig. Nicht nur die
360 in der Gesamtrangliste, aber auch noch Athleten die
in ihren jeweiligen Runden langsamer unterwegs sind.
Deshalb muss immer nach links oder rechts ausgewichen
werden, der Laufrhythmus leidet darunter. Die Stecke an
sich ist meistens recht schattig und führt an schönen
Punkten in Zürich vorbei.
Verpflegung:
Mir hat’s an gar nichts gefehlt, grosszügig und
ausreichend. Sogar warme Bouillon haben sie beim Laufen
ausgeschenkt, super!
Zuschauer:
Laut Organisator sollen über 120.000 Zuschauer vor Ort
gewesen sein. Das waren Leute mit Sachverstand oder
sportfreundlich gesinnte Personen, die ihre Rolle als
Fan sehr aktiv wahrgenommen hatten.
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